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SWR1 3vor8

„Ich kenne deine Werke! Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet.“ (Offb 3,8)

Advent und Weihnachten: das ist die Zeit, wo man Kontakte pflegt. Vielen gibt das neue Lebensfreude, wenn sie spüren: ich bin nicht allein. Es gibt Menschen, die mich mögen und mich lieb haben. Manche hoffen auch, dass sie in dieser Adventszeit Gott wieder ein Stückchen näher kommen können. Beides ist leider oft nicht so einfach. Es hatte ja wahrscheinlich Gründe, warum der Kontakt eingeschlafen ist. Und nach längerer Zeit findet man oft nur schwer Zugang – das ist bei Gott nicht anders, als bei Freunden und Bekannten.
Ich finde es deshalb schön, dass in den evangelischen Gottesdiensten heute ausdrücklich daran erinnert wird: Jedenfalls was Gott angeht, ist die Tür schon offen. Gott selbst hat sie aufgemacht. Und er wartet, dass wir kommen. „Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen!“ (Offb 3,8) heißt es im Buch der Offenbarung.
Haben Sie auch schon mal vor einem Telefon gesessen oder vor einer verschlossenen Tür gestanden und überlegt: Kann ich das jetzt wirklich bringen? Einfach anrufen? Einfach anklopfen und reingehen? Ob der überhaupt noch Interesse an mir hat? Wer sich mit solchen Fragen herum schlägt, der bleibt leicht am Ende allein. Deshalb tut mir gut, wenn ich höre:
Gott selbst hat die Tür aufgemacht. In Jesus Christus ist er zur Welt gekommen und der lädt ein. Kommt her, mühselig und beladen wie ihr seid, hat er gesagt Kommt her, mit all dem, was euch das Herz schwer macht. Gott ist, wie jener Vater, der auf seinen Sohn gewartet hat. Und sich gefreut, als er endlich kam. Er hat nicht gesagt: Solange warst du unterwegs und hast dich nicht gemeldet – dass du dich überhaupt hertraust! Ganz im Gegenteil! Der Junge hat ihm doch gefehlt! Und jetzt schaut der Vater nicht, was aus ihm geworden ist, sondern überlegt, was er für ihn tun kann. Jetzt tut er, was er kann, damit er sich wohl fühlt, der Junge, der so lange nichts von sich hat hören lassen. Tut, was er kann, damit er wieder auf die Beine kommt und Zukunft hat.
So, hat Jesus erzählt, so ist Gott. Ich habe mir deshalb vorgenommen in dieser Adventszeit, ab und zu eine Kerze anzuzünden und zu ihm hinzugehen und zu sagen: Hier bin ich, Vater im Himmel. Ich möchte mich ausruhen bei dir. Schau mich an. Hör mir zu. Rede mit mir. Du wirst Wege finden, dass ich dich hören kann. Leute, die mit mir reden. Worte, die zu mir sprechen. Damit ich dann wieder weiter gehen kann und meinen Weg finde. https://www.kirche-im-swr.de/?m=2715