Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR1 3vor8

3. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr C)

„Wer tot ist, ist tot“. Das ist unsere Erfahrung. Und nun soll da jemand vom Tod auferstanden sein. Die Auferstehung Jesu – das klingt auch noch nach zweitausend Jahren unglaublich. Und selbst unter Christen ist das nicht unumstritten. Wenn man Umfragen glauben darf, können sogar gläubige Zeitgenossen damit nichts anfangen. Und das mit der Auferstehung scheinen bereits recht früh etliche Christen geleugnet zu haben. Das erfährt man vom Apostel Paulus. (1 Korinther 15,12) Geht man noch weiter zurück, so hatten selbst die Jüngerinnen und Jünger Jesu mit der Auferstehung ihre Schwierigkeiten. Dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, das konnten sie nicht begreifen. Interessant erscheint mir da ein Hinweis im Johannes Evangelium. Danach hat sich Jesus nach seinem Tod seinen Freundinnen und Freunden zum wiederholten Mal und „noch einmal“ als Lebender zu erkennen gegeben. Schaue ich die Ostergeschichten im Neuen Testament näher an, dann fällt mir auf: Jesus begegnet den Seinen behutsam dort, wo sie gerade sind -beim Fischen, im Garten, zuhause. Er zeigt sich ihnen in ihrem konkreten Lebensumfeld. Dabei drängt er sich nicht auf, sondern lädt ein. Er überfällt sie nicht mit Forderungen, nicht zu zweifeln und endlich zu glauben. Nein, Jesus fühlt und empfindet mit ihnen. Und immer ermutigt er sie bei diesen Begegnungen: Fürchtet euch nicht. Habt Frieden. Ich bin bei euch. Und noch etwas fällt mir auf: Jesus bleibt bei all diesen Begegnungen diskret. Er setzt bei seinen Freundinnen und Freunden etwas in Bewegung und entzieht sich ihnen wieder. Er lässt sie in Freiheit mit ihren neuen Erfahrungen umgehen. All diesen Begegnung gemeinsam ist das: Jesu Jüngerinnen und Jünger machen eine für sie lebenswichtige Erfahrung – Jesus ist nicht im Tod geblieben. Er lebt. Dass sich Jesus den Seinen „noch einmal“ und „noch einmal“ zu erkennen gibt, das macht auch mir Mut für meinen Glauben. Ich muss nicht ein für alle mal sicher und fertig sein in meinem Glauben. Der kann durchaus – wie mein Leben auch – eine wechselvolle Geschichte haben. Es wäre schlimm, wenn ich mit meinen Fragen nach Gott, mit meinem Suchen und Zweifeln, mit den schweren und beglückenden Erfahrungen schon am Ende wäre. Und so möchte auch ich „noch einmal“ und „noch einmal“ glauben und vertrauen können. https://www.kirche-im-swr.de/?m=1184