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SWR1 3vor8

Morgen beginnen die ersten Weihnachtsmärkte. Und viele Menschen machen sich, gewollt oder ungewollt, schon Gedanken, wie Weihnachten für sie aussehen soll in diesem Jahr. Manche freuen sich, schmieden mit Vergnügen Pläne. Bei andern kriecht langsam die Furcht hoch: freie Tage, werde ich allein sein, noch mehr als sonst? Oder umgekehrt: was mache ich nur mit den verschiedensten familiären Erwartungen? Wenn wir alle besuchen, die besucht werden wollen und die wir vielleicht auch gern besuchen möchten, bleibt keine Zeit mehr für uns. Und dann der Wunschzettel, der eigene – es kann sehr schön sein, Wünsche aufzuschreiben, auch zu überlegen, was wünsche ich mir von wem. Und wieder umgekehrt: wem mache ich mit was eine Freude? Und es kann bitter sein, an Weihnachten die eigenen finanziellen Schwierigkeiten besonders deutlich zu spüren. Wenn einfach kein Geld da ist, um Wünsche zu erfüllen, um etwas Besonderes einzukaufen für Weihnachten.
Weihnachten ist für die meisten Menschen mit Erwartungen verbunden. Ich möchte Sie heute morgen anregen, jetzt schon etwas für Ihr persönliches Weihnachtsfest zu tun. Ganz realistisch, für Ihre Lebensumstände und Möglichkeiten. Und zwar durchaus aus religiösen Gründen. Denn Weihnachten bedeutet, dass Gott uns Menschen etwas schenkt. Das zentrale Symbol von Weihnachten ist ein Kind, eine Geburt. Es soll etwas lebendig werden können bei uns. Friede auf Erden wünschen die Engel den Hirten in der Heiligen Nacht. Ein großes Wort. Aber darin steckt die Verheißung, dass es gut wird mit der Welt, weil Gott unter uns wohnt. Und an Weihnachten soll etwas von dieser Verheißung bei jedem, bei jeder von uns ankommen. Dafür lassen sich Voraussetzungen schaffen. Vielleicht ist es möglich, bald schon eine Zeit, einen Raum einzuplanen, wo für mich persönlich Weihnachten werden kann. Das kann ein Konzert sein, ein Gottesdienst, ein Spaziergang, ein Gespräch, eine „gute Tat“, Zeit mit Kindern. Zeit jedenfalls, wo etwas Überraschendes geschehen kann, wo ich vielleicht etwas Altvertrautes in neuem Licht sehe, mir etwas bewusst mache, was schon lange wie selbstverständlich da ist.
Mein Vorschlag ist: im Planen im Freuen, auch im Fürchten frühzeitig dafür zu sorgen, dass für mich Weihnachten werden kann, dass Weihnachten bei mir ankommen kann. https://www.kirche-im-swr.de/?m=129