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SWR3 Gedanken
Ein Segen geht mir nicht aus dem Kopf. Es war kein Segen am Ende eines Gottesdienstes, sondern mitten im Alltag. An einem mobilen „Segensstand“. Mit dem sind wir immer mal wieder unterwegs.
So auch bei dem besonderen Segenserlebnis: Es war ein regnerischer Sonntag im September auf einer Kerb. Die meisten Menschen waren wegen des schlechten Wetters im Festzelt geblieben und nur wenige hatten den Segensstand besucht.
Schließlich räumten meine Kollegin und mein Kollege alles zusammen. Aber gerade, als sie das letzte Stück vom Stand ins Auto laden wollten, rief eine Stimme:„Halt! Ich hab noch gar keinen Segen!“
Eine Frau kam auf uns zu gerannt. Direkt vor meinem Kollegen blieb sie stehen. Sie schaute ihn mit einem freundlichen, aber fordernden Blick direkt an. Mein Kollege setzte das, was er gerade in der Hand hielt, ab, legte der Frau sanft die Hand auf den Kopf – und segnete sie.
Für mich als Zuschauerin ist das ein wunderschöner und intensiver Moment gewesen und für die Frau wahrscheinlich auch. Noch jetzt bin ich beeindruckt davon, wie entschlossen sie war.
Sie hat den Segen nicht, wie viele sich das vorstellen, demütig empfangen, sie hat ihn für sich gefordert und bekommen. Sich seinen Segen so „aktiv“ zu wünschen ist eher ungewöhnlich. Dabei gibt es immer wieder Momente, in denen ich mir denke:
Ein Segen, nur für mich, der würde mir jetzt guttun! Mich hat das Segenserlebnis inspiriert, jetzt öfter Menschen mutig um einen Segen zu bitten, wenn ich ihn brauche. Denn Segen – gibt‘s überall!
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