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Neulich habe ich einen Satz in der Bibel entdeckt, an den ich seitdem immer wieder denken muss. „So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den Herrn, euren Gott, zu suchen.“ Mir gefällt diese klare Aufforderung: Sucht Gott.
Dabei könnte man ja meinen: Christen sollten doch wissen, wo Gott ist. Und wo sie ihm begegnen können. In Kirchen zum Beispiel, oder auch zu Hause, wenn sie beten.
Ich glaube aber, das stimmt so nicht. Denn ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass ich nicht weiß, wo ich Gott begegnen kann. Wenn ich sonst das Gefühl hatte, mich Gott anvertrauen zu können, ging es einfach nicht mehr. Wo ich mich Gott sonst nahe wusste, war er für mich plötzlich unerreichbar. Manchmal traf mich das ganz unerwartet. Aber ich glaube: Diese Erfahrungen gehören zum Glauben dazu. Ich kann Gott weder festhalten noch bestimmen, wie ich ihn erlebe und ihm begegne. Mein Glaube ist durch diese Erfahrungen nicht der Gleiche geblieben. Er verändert sich mit mir und mit dem, was ich erlebe. Wie gut, wenn sich da auch die Wege ändern, wie ich Gott begegnen kann. Umso dankbarer bin ich heute für besondere Gottesmomente.
„So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den Herrn, euren Gott, zu suchen.“ Noch etwas gefällt mir an dieser Aufforderung: Um Gott zu suchen, braucht es offensichtlich Verschiedenes. Zum einen braucht es meine geschärften Sinne. Und: Es braucht auch mein Herz. Für die Menschen zur Zeit des Alten Testaments war das Herz der Ort, an dem sie den Verstand verortet haben. Um Gott zu suchen, braucht es also auch kluge Gedanken. Ich mag die Idee, über Gott viel nachdenken zu können. Für uns heute steht das Herz für das Gefühl. Liebe fühle ich im Herzen, aber auch Sehnsucht, Trauer oder Einsamkeit. Und ich meine: Auch die Gefühle brauche ich, um etwas von Gott zu erfahren. Denn Gott finde ich nicht allein mit klugen Gedanken und der Glaube ist mehr als eine Anleitung zum richtigen Handeln. Mein Glaube braucht Gefühle. Die der Nähe – und die der Ferne. Damit ich mich immer wieder neu auf die Suche mache nach Gott.
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Es gibt bestimmte Momente, da fühle ich mich frei. Beim Fahrradfahren zum Beispiel. Nicht, weil für mich als Radfahrerin keine Verkehrsregeln gelten und ich fahren kann, wie ich will. Mein Gefühl der Freiheit kommt woanders her.
Seit ich denken kann, fahre ich Fahrrad. Auch heute fahre ich zu fast allen Terminen mit dem Rad. Und später, wenn ich Feierabend habe, liebe ich es, noch eine Runde mit dem Fahrrad zu drehen. Ich trete in die Pedale. Der Wind weht mir durch die Haare. Und ich lasse hinter mir, was war. Räumlich nehme ich Abstand mit jedem gefahrenen Meter und auch innerlich gewinne ich Abstand. Was mich am Tag über beschäftigt hat, geht mir noch einmal durch den Kopf. Ich denke an das, was schön war und worüber ich mich gefreut habe. Oft merke ich dann, dass ich dafür dankbar bin. Ich denke auch an das, was weniger schön war. Ich mache meinem Unmut Luft und trete etwas kräftiger in die Pedale. Und mit der Anstrengung verfliegt, was mich vorher noch betrübt hat.
An vielen Abenden fahre ich am Rhein entlang oder über die Felder – da weitet sich mein Blick ganz von allein. Beim Fahrradfahren fällt von mir ab, was heute war. Und dann ist da Platz für neue Gedanken. Sie fliegen mir beim Fahrradfahren zu. Und ich komme dann heim mit neuen Ideen, auf die ich sonst nie gekommen wäre. Das Fahrradfahren befreit und beflügelt mich.
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Betet ein Mensch in der Bibel zu Gott. Daran muss ich oft denken, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Denn so erlebe ich es auch. Gott hat mich mit weitem Raum beschenkt. Auf dem Fahrrad fühle ich mich frei und kann den weiten Raum vor mir erkunden. Die Weite und die Freiheit jagen mir keine Angst ein. Ich fühle mich nicht verloren oder einsam. Im Gegenteil: Ich weiß: Ich bin nicht allein. Gott hat meine Füße auf weiten Raum gestellt und ist mit mir auf allen meinen Wegen.
Ich wünsche Ihnen auch solche Freiheitsmomente – beim Fahrradfahren oder wo immer Gott Ihre Füße auf weiten Raum stellt.
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Heute ist ein besonderer Tag. Heute öffnen sich Türen, die sonst verschlossen bleiben. Denn heute, am zweiten Sonntag im September, ist der Tag des offenen Denkmals. Jedes Jahr lädt dieser Tag dazu ein, besondere Gebäude überall in Deutschland zu besichtigen. Hier in Mainz kann man zum Beispiel die neue jüdische Synagoge oder manche Kirche bei einer Führung besser kennenlernen. Aber auch andere Häuser, öffentliche oder private, öffnen ihre Türen. Bei der Gelegenheit habe ich schon etliche Male besondere Orte entdeckt und wurde vom Inneren und der Geschichte der Häuser überrascht.
Dass auch viele Kirchen heute am Tag des offenen Denkmals ihre Türen öffnen, wundert mich nicht. Schon in der Bibel wird gerne gebaut. Natürlich keine Denkmäler, wie wir sie heute kennen. Aber doch so etwas in der Art. Da ist zum Beispiel Noah. Sobald er nach der verheerenden Sintflut wieder festes Land unter den Füßen hat, baut er einen Altar. Oder Jakob. Eines Nachts ringt und kämpft er mit jemandem. Erst später begreift er, dass er mit Gott gerungen hat. Dem Ort seines Kampfes gibt er einen neuen Namen: Pnuël, das heißt: Angesicht Gottes. Denn Jakob sagte: »Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen
und bin am Leben geblieben.« Was ihm passiert ist, sollten alle wissen. Das waren Denkmäler auf ihre Art. Sie zeigen: Hier ist ein besonderer Ort. Hier ist etwas geschehen, das auf keinen Fall in Vergessenheit geraten soll.
Auch dem Tag des offenen Denkmals geht es darum, die Erinnerungen wach zu halten. An Zeiten und Menschen, die unsere Orte geprägt haben. Einzelne Menschen, die unglaublich viel Energie aufgebracht haben, um die Sehenswürdigkeiten von heute zu errichten oder zu bewahren. Manche Denkmäler erinnern auch daran, dass es in unserer Geschichte schwierige Kapitel gibt. Sie weisen uns heute darauf hin, aus der Vergangenheit zu lernen.
Der Tag des offenen Denkmals schärft unseren Blick. Er lädt ein, genauer hinzusehen. Welche besonderen Orte gibt es hier in der Gegend? Und welche Denkmäler habe ich noch gar nicht als solche wahrgenommen?
Wie auch immer Sie den Tag verbringen, ich wünsche Ihnen heute viele offene Türen.
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„Muss ich eigentlich immer Leistung bringen, um anerkannt zu werden?“ hat neulich einer meiner Schüler gefragt. Ich unterrichte in einer achten Klasse evangelische Religion. Die Jugendlichen habe ich gefragt: Welche Fragen treiben euch um – womit sollen wir uns im Religionsunterricht mal beschäftigen?
„Muss ich eigentlich immer Leistung bringen, um anerkannt zu werden?“ Schnell hat einer der Schüler diese Frage formuliert. Sie hat mich gefreut – und bestürzt. Denn vor mir sind doch Jugendliche – die noch nicht den vollen Leistungsdruck unserer Gesellschaft spüren sollten. Ihr Schulalltag aber ist bestimmt von Klassenarbeiten und Hausaufgaben, von Rangeleien untereinander und der Suche nach einem Praktikumsplatz im Sommer. Und immer wieder werden sie gefragt, was sie später werden wollen und ob ihre Leistungen dafür ausreichen. Da liegt es eigentlich auf der Hand zu fragen: „Muss ich eigentlich immer Leistung bringen, um anerkannt zu werden?“
Ich freue mich darauf, mit den Jugendlichen dieser Frage nachzugehen. Denn sie passt perfekt in den Religionsunterricht. Da geht es schließlich um die großen Fragen des Lebens: Wer bin ich und von wem lasse ich mir sagen, wer ich bin? Was gibt meinem Leben Sinn? Worauf hoffe ich? Und was trägt mich, selbst wenn ich mal scheitere? Gemeinsam nach Antworten zu suchen und dabei noch mehr Fragen zu finden, das begeistert mich. Und ich bin überzeugt, auch für die Jugendlichen lohnt es sich, diesen Fragen nachzugehen. Meine Erfahrung ist: Bekomme ich Anerkennung oder Respekt dafür, dass ich etwas Bestimmtes erreicht oder geleistet habe, dann macht mich das stolz. Ich freue mich, dass andere etwas wahrnehmen und wertschätzen, in das ich viel Arbeit oder Liebe hineingesteckt habe. Aber als Christin glaube ich auch: Die größte Anerkennung wird mir geschenkt. Ganz unverdient und ohne eigenes Zutun. Ich werde geliebt, so wie ich bin – von Menschen und von Gott. Das kann ich mir nicht erarbeiten, nur annehmen und wertschätzen. Gott sei Dank.
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Acht Minuten still sein und schweigen. Drei Mal am Tag. Diese Erfahrung hat mich geprägt. Als Jugendliche bin ich mit einer Gruppe nach Taizé gereist. Mit tausenden anderen Jugendlichen aus aller Welt haben wir dort eine Woche lang mitgelebt in der ökumenischen Klostergemeinschaft von Taizé. Dreimal am Tag sind alle in der Kirche zum gemeinsamen Gebet zusammengekommen. Das hat unsere Tage strukturiert. Vieles war dabei ungewohnt: So oft in die Kirche zu gehen und dort auch noch auf dem Boden zu sitzen. So viel zu singen, in den verschiedensten Sprachen. Keiner hat gepredigt, sondern alle haben geschwiegen, mehrere Minuten lang. Manchmal ist mir das schwergefallen. Ich war unruhig und ungeduldig und wollte alles lieber tun, als still zu sitzen und zu schweigen. Manchmal sind meine Gedanken umhergewandert und haben zu nichts geführt. Ich hatte den Eindruck: Ich kriege es nicht hin, diese Minuten der Stille richtig zu nutzen. Dabei ging es gar nicht um richtig oder falsch. Und wenn ich umgeguckt habe, dann wusste ich: Anderen geht es ähnlich. Diese Zeit des Schweigens war jedes Mal anders.
Die Minuten der Stille haben sich eingebrannt in meine Erinnerungen. Denn manchmal da wurde es beim Schweigen nicht nur still um mich herum, sondern auch still in mir. Ich bin zur Ruhe gekommen. Und habe die Stille ganz bewusst wahrgenommen. Ich habe gespürt: Ich bin hier. Und Gott ist hier. Das ist genug für diesen Moment. Manchmal hat mich ein Satz aus der Bibel, ein Lied oder ein anderer Gedanke berührt. Manchmal habe ich aber auch einfach gespürt, dass ich behütet und geborgen bin – was auch immer geschieht.
Acht Minuten still sein und schweigen. Drei Mal am Tag. Das hat meinen Glauben geprägt. Worte waren dafür keine nötig. Es brauchte auch nicht die anderen Menschen um mich herum. Aber weil wir alle geschwiegen und für eine Zeit lang still waren, konnte mir das bewusst werden: Ich bin hier und Gott ist hier. Das ist genug für diesen Moment.
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„Ist Gott eigentlich ein Mann oder eine Frau?“, hat mein Neffe gefragt. Gleich kurz nach dem Aufwachen. Als Vierjähriger entdeckt er die Welt, fragt viel und will alles verstehen. Heute also: Wie soll er sich Gott vorstellen?
Für meine Nichte war die Sache eindeutig: „Pfrau“ hat sie blitzschnell gerufen. Mit ihren zwei Jahren war für sie entschieden: Gott ist eine Frau – wie sie selbst. Ist doch klar.
Mein Neffe hat sich mit der Antwort seiner kleinen Schwester nicht zufriedengegeben. Vielleicht hat er schon etwas davon geahnt, wie wenig Gott sich festlegen lässt. Auch in der Bibel nicht.
Die Bibel erzählt von Gott in vielen Bildern. Er ist ein mächtiger Herrscher, der Schöpfer der Welt. Gott ist es, der alles sieht und dem nichts verborgen bleibt, dem nichts unmöglich ist. Viele kennen dieses Bild von Gott. Und es tun gut. In einer Welt, in der wir es mit Krisen und Konflikten zu tun haben, kann es helfen, einen so mächtigen und starken Gott an seiner Seite zu wissen. Und auch wenn mein Leben ins Wanken gerät, tut es mir gut, zu wissen: Mein Gott ist kein hilfloser Gott, er stärkt und schützt mich.
Die Bibel findet aber noch mehr Bilder, um von Gott zu reden. Sie kennt Bilder, die voller mütterlicher Fürsorge und voller Wärme sind. Da heißt es: Gott ist wie eine Henne, die ihre Küken bewacht. Oder: Gott tröstet uns, wie einen seine Mutter tröstet. Auch dann, wenn es um die göttliche Weisheit geht, spricht die Bibel von einer Frau. Denn die Menschen zu biblischen Zeiten hatten bei „Weisheit“ ganz klar eine Frau vor Augen. Auch diese Bilder von Gott tun mir gut. Ich brauche Gott nicht nur mit seiner Stärke und Kraft, sondern auch mit all ihrer Weisheit und Geborgenheit.
Dass die Bibel so unterschiedliche Bilder von Gott zeichnet. Das macht mich frei: Gott ist vielfältig. Wenn schon die Bibel kein eindeutiges Bild von Gott hat – dann muss auch mein Bild von Gott nicht eindeutig sein. Ich muss Gott nicht auf ein Geschlecht festlegen. Gott ist nicht Mann oder Frau – Gott ist wie eine Kraft, die meinen Verstand übersteigt und sich nicht klar festlegen lässt. Mit Kindern wie meinem Neffen und meiner Nicht diese Freiheit im Glauben zu entdecken, das macht mir Spaß und bedeutet mir viel.
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„Haben, als hätte man nicht.“ Das ist ein Motto, an das ich in letzter Zeit häufiger denke. Es steht in der Bibel und stammt vom Apostel Paulus. Und er meint damit: Habe alles, was du hast, als hättest du es nicht. Lebe dein Leben, als hättest du es nicht. Als würde alles, was du hast oder besitzt, nicht dir gehören. Als wäre es geliehen auf Zeit.
Das klingt pessimistisch und lebensfeindlich, finden Sie? Ja, ich auch. Zumindest im ersten Moment. Denn es erinnert daran, wie endlich und vergänglich alles ist. Mir das vor Augen zu führen, das macht mir Angst. Denn in meinem Alltag spielt so viel, was ich habe, eine wichtige Rolle: Meine Familie und Freunde. Meine Arbeit, die mich erfüllt. All die Erinnerungen an Urlaube und gemeinsame Erlebnisse. Ich kann nicht immer vor Augen haben - und ich will das auch nicht -, dass mir all das letztlich nicht gehört und ich nichts davon für immer festhalten kann. Vermutlich erschreckt mich dieser Satz von Paulus auch deshalb immer wieder.
„Haben, als hätte man nicht.“ Das stößt mich noch auf etwas anderes hin: Das, was ich habe und besitze, ist nicht alles. Vor allem aber: Ich bin mehr als ich besitze. Das, was ich besitze, entscheidet letztlich nicht, wer ich bin und was meinem Leben Sinn gibt. Dass da noch mehr ist, als wir sehen – das hat für mich mit dem Glauben an Gott zu tun. Ich glaube daran, dass bei Gott mehr möglich ist, als ich sehe. Und dass bei Gott andere Dinge zählen als das, was ich habe oder wie ich mich sehe. Mich befreit das: Gott sieht in mir mehr als das, was ich mir gekauft oder erarbeitet habe. Ich habe einen anderen, einen viel größeren Wert.
Na klar: Ich darf das alles genießen. Und ich glaube nicht, dass Gott mir das alles schenkt, damit ich mich nicht darüber freue. Aber zu wissen: Das, was ich sehe, ist nicht alles – das tröstet mich und befreit! Und das ist gut so!
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Auf meinem Schreibtisch steht ein kleines Stück Holz. Es ist bunt bemalt. Ein Wort steht darauf: HEUTE. Nichts weiter, auch keine Satzzeichen. Nur dieses eine Wort: Heute. Es gibt Tage, da nehme ich die bunten Farben und den Schriftzug überhaupt nicht wahr. Aber meistens bleibt mein Blick immer wieder daran hängen.
„Heute“ lese ich dann. Und denke: „Stimmt, du solltest nicht so viel grübeln über irgendetwas, was du eh nicht mehr ändern kannst.“ Oder ich höre mich in Gedanken sagen: „Mach dir nicht so viele Sorgen, bleib bei dem, was heute ist!“ Statt in Gedanken abzuschweifen, erinnert mich das Stück Holz immer wieder daran, auf „heute“ zu schauen.
Oft denke ich dann auch an einen Satz aus der Bibel: „Macht euch also keine Sorgen um den kommenden Tag – der wird schon für sich selber sorgen. Es reicht, dass jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten hat.“ Mir fällt es schwer, mir keine Sorgen zu machen. Ich bin sozusagen ein Profi im Sorgen machen. Weil das so ist, mag ich diesen Satz. Denn er sagt auch: Es ist okay, wenn ich mir Sorgen mache über das, was heute ist. Ich soll mir nur nicht den Kopf über morgen zerbrechen!
Wenn ich meinen Kalender gucke, dann mache ich mir schnell Sorgen. Da sind schon so viele Termine, manche Wochen sind voller Sitzungen und Besprechungen. Andere Termine habe ich noch gar nicht eingetragen und muss ich noch unterkriegen. Und dann steht noch das nächste größere Projekt an. Geht das gut? Oder habe ich mir zu viel vorgenommen? Zwei Tricks habe ich mir angewöhnt: Ich versuche, nicht so weit vorauszublicken. Und: In meinen Kalender trage mir auch ein, was ich mir privat in meiner Freizeit vornehme: eine Freundin zum Kaffee treffen, eine Radtour machen oder ins Kino gehen. Seitdem fällt es mir leichter, auch beim Blick in den Kalender vor allem auf den Tag heute zu sehen. Schaue ich also nur auf das, was heute ansteht – dann entdecke ich meistens auch etwas, worauf ich mich freue. Etwas, das den heutigen Tag besonders macht und worüber ich mir keine Sorgen machen muss. Wie ist das bei Ihnen? Was macht Ihren Tag heute besonders?
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