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SWR3 Worte

25MRZ2026
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Für alle, die sich heute Morgen träge fühlen und gerade nicht aus den Puschen kommen, hat der spirituelle Lehrer Jan Frerichs einen Rat. Er sagt:

 

Ein angebundenes Pferd trägt dich (…) nirgendwohin. (Also) einfach mal machen!

 

Quelle:

https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-1750 (aufgerufen am 13.03.2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44087
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SWR3 Worte

24MRZ2026
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Während wir leben, das Leben nicht zu vergessen – das ist ein Rat, der dem Dalai Lama zugeschrieben wird. Da heißt es:

 

Am meisten überrascht mich an der Menschheit der Mensch selbst. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Dann opfert er Geld, um seine Gesundheit wiederzuerlangen. Dann ist er so besorgt um die Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt, mit dem Ergebnis, dass er weder in der Gegenwart noch in der Zukunft lebt. Er lebt so, als würde er nie sterben, und dann stirbt er, ohne wirklich gelebt zu haben.

 

Quelle

https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-2375  (aufgerufen am 15.06.2025)

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44086
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SWR3 Worte

23MRZ2026
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Dankbar für den Tag sein – das ist manchmal gar nicht so leicht. Sophie ist die Romanfigur in einem Buch von Susanne Niemeyer, und sie hat es mit Hilfe eines kleinen Tricks gelernt – das Dankbarsein. In dem Buch heißt es:

 

Sophie sagt jetzt jeden Abend Danke. Erst fand sie das komisch. Als Kind sollte sie sich immer bedanken, sogar für Sachen, die sie in Wahrheit gar nicht mochte. (…) Aber jetzt kann Sophie selber entscheiden, wofür sie dankbar ist. (…)

 

Sie hat beschlossen, jeden Abend drei Dinge zu finden, die ihren Tag heller gemacht haben. (…) Selbst, dann wenn der Tag nur mittelschön war. Jedenfalls hat sie noch nie zuvor darüber nachgedacht, wie dankbar sie für die Erfindung des Radios ist. Oder für eine Decke, die wirklich warm hält. Dafür, dass es Momente von Glück im Unglück gibt. Bisher war sie immer der Meinung: Nur wer glücklich ist, kann dankbar sein. Vielleicht, denkt sie jetzt, ist es genau andersherum. Wer danken kann, ist glücklich.

 

Quelle:

Susanne Niemeyer: Herr Wohllieb sucht das Paradies, Herder Verlag Freiburg 2017, S. 104

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44085
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SWR3 Worte

22MRZ2026
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Wasser kann so gut tun: morgens im Gesicht, wenn man Durst hat oder beim Baden. Der brasilianische Theologe Leonardo Boff findet auch, dass es was ganz besonderes ist. Er sagt:

 

Wasser ist kein wirtschaftliches Gut wie jedes andere. Wasser ist so eng mit dem Leben verbunden, dass wir es als Teil des Lebens und als etwas Heiliges betrachten müssen.

 

Quelle

Leonardo Boff: Wasser – Quelle des Lebens. Ökologie für eine neue Gesellschaft, Patmos-Verlag Düsseldorf 2002, S. 23

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44084
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SWR3 Worte

14MRZ2026
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Lisa Simone, die Tochter der amerikanischen Sängerin Nina Simone, ist selbst auch Musikerin geworden. Zum Thema „Glück“ sagt sie:

 

Die meisten verbinden Glück mit äußerlichen Dingen: Autos, Wohnung, berufliche Erfolge (…).

 

Für mich aber kommt Glück von innen. Wenn man es schafft, das so zu sehen, (…) dann wird das eigene Glück nicht mehr von äußeren Faktoren bestimmt. So habe ich meinen Frieden geschlossen.

 

Quelle

Zeitschrift Galore Interviews, hg.v. Michael Lohrmann, Dialog GmbH Dortmund, Ausgabe 37 Galore (11/2019)  S.61.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44009
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SWR Kultur Wort zum Tag

14MRZ2026
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Mein Erste Hilfe Kurs ist schon ewig her, aber meinen Letzte Hilfe Kurs – den hab ich erst vor kurzem absolviert. Mit ca. 20 Leuten sitze ich im Kreis, und zwei Referentinnen vom Ambulanten Hospizdienst führen uns feinfühlig durch den Abend. Es geht darum, was beim Sterben körperlich passiert, aber auch darum, wie man gut vorsorgen und Abschied nehmen kann. Am meisten haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie man die Not der Sterbenden konkret lindern kann, was ich jemandem, der mir nahesteht, noch Gutes tun kann in dieser herausfordernden Situation, wenn er sich auf seinen letzten Weg macht.

Ein bisschen schwer ums Herz wird mir schon, wenn ich an solche Situationen denke. Aber genau da setzt der Kurs an: Mut machen und auch Wissen und ganz praktische Kniffe vermitteln. Weil die allermeisten so wenig übers Sterben reden und davon wissen.

David Roth ist Bestatter und will den Tod aus seiner dunkeln Ecke rausholen. Er bekommt mit, dass viele Leute sich zum ersten Mal mit dem Sterben befassen, wenn jemand ganz Nahes stirbt. In seinen Augen wäre es besser, sich schon früher aktiv damit auseinanderzusetzen. David Roth hat zum Beispiel schon Ausstellungen und Vorträge organisiert, außerdem den Podcast „Talk about Tod“ aufgenommen. Und er empfiehlt auch den „Letzte Hilfe Kurs“. Er sagt: „Wie bei der Ersten Hilfe geht es darum, dass man überhaupt bei dem Sterbenden bleibt, dass man die Situation aushält – bevor man nichts tut, aus lauter Angst, etwas falsch zu machen.“

Letzte Hilfe Kurse gibt es online oder live im ganzen Sendegebiet. Sie starten Mitte März z.B. in Stockach, Böblingen, Bad Waldsee, Worms oder Neuwied.

Sich mit dem Tod etwas vertrauter machen, sich ein bisschen auskennen und vor allem wissen, wie ich denen, die ich liebhabe, beistehen und auch noch ganz am Ende etwas Gutes tun kann.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43991
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SWR3 Worte

13MRZ2026
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Der Fotograf Walter Schels hat viele Babys in den ersten Minuten nach der Geburt fotografiert. Mit den Jahren ist ihm dabei folgendes aufgefallen:

 

Ich entdeckte etwas für mich völlig Unerwartetes: Nicht ein gesichtsloses Neugeborenes schaut mich da an, sondern ein Gesicht mit Vergangenheit. Wissend. Ur-Alt.

Es war immer auch die Weisheit in den Gesichtern, die mich bewegte.
Das scheinbare Wissen über die großen Fragen unseres Lebens, woher wir kommen, wohin wir gehen. Am liebsten hätte ich diese kleinen (…) alles ahnenden Wesen mit meinen Fragen bedrängt, Antworten von ihnen geholt, ehe sie anfangen zu vergessen. Denn das Vergessen beginnt, vermute ich, bereits in den ersten Lebensminuten.

 

Quelle

Andere Zeiten, „Wege zum neuen Jahr“, Verlag Andere Zeiten e.V. Hamburg, 2020, S. 3.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44008
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SWR Kultur Wort zum Tag

13MRZ2026
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Mein Kumpel Kalle empfängt mich mit feierlichem Blick und führt mich wortlos in seine Garage. Dort zieht er mit Schwung einen samtigen dunkelblauen Überzug zur Seite. Darunter erscheint ein Mercedes-Oldtimer vom Feinsten. Kein Staubkorn, kein Rost, alles blitzeblank. „Wow, warum hab ich dich damit noch nie fahren sehen?“ Kalle schaut mich entgeistert an: „Fahren? Spinnst du? Das hier ist mein Garagengold!“

Dann erklärt mir Kalle, welchen Aufwand er betreibt, damit sein Garagengold so dasteht wie es dasteht: Garagenplatz, Luftentfeuchter, Samtüberwurf, ab und zu die Kolben bewegen und die Batterie laden. Das wäre mir zu viel Aufwand, und dann darf fährt er das schöne Stück noch nicht einmal.

 

Aber nach einer Weile fällt mir ein: In manchen Dingen bin auch nicht anders: Das Goldrandgeschirr meiner Eltern benutzen wir nie, weil es in der Spülmaschine den Glanz verlieren würde. Oder die schönen Polstermöbel, die durch potthässliche Schonbezüge abgedeckt werden. Auch das ist im übertragenen Sinne Garagengold: tolle Sachen, die aus lauter Vorsicht nie zum Einsatz kommen.

 

Garagengold - tolle Sachen, die nie zum Einsatz kommen – die gibt´s sogar in mir selbst: in meinem Beruf kann ich jemandem geduldigst Dinge am PC erklären, aber zu Hause regt mich das voll auf. Oder ein Kollege von mir: In der Kirche spielt er super Gitarre, aber seinen Kindern spielt er nie etwas vor. Oder meine Kinder: Sie beherrschen super verblüffende Kartentricks, aber es ist ihnen immer peinlich, sie vorzuführen. Es gibt so viele verborgene Talente, die eigentlich nur darauf warten, ans Licht zu kommen: Nudelsoßen kochen, Witze erzählen, Blumenkränze binden, das Handy verstehen, Toaster reparieren, sich Dinge merken, Tiergesichter schminken, Krawattenknoten binden und was noch alles.

Jesus hat nicht viel von Garagengold gehalten. In seiner berühmten Bergpredigt sagt er: „Ihr seid das Licht der Welt. (…) Man zündet nicht eine Leuchte an und stellt sie unter ein Gefäß, sondern auf den Leuchter.“ (Mt 5,14-15) Jesus war überzeugt davon, dass alle Menschen ein Licht in sich tragen und damit nicht nur anderen leuchten, sondern auch noch Gott damit ehren.

Garagengold sollte also nicht im Verborgenen bleiben, sondern immer und überall zum Einsatz kommen:  Auch wenn es mit der Zeit ein wenig Patina ansetzt – dafür bringt es dann aber nicht nur die Garage zum Glänzen, sondern die ganze Welt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43990
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SWR3 Worte

12MRZ2026
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Die Autorin Courtney Walsh über die wahre Liebe. Sie sagt:

 

(Die wahre Liebe) braucht keine näheren Bestimmungen.

Sie braucht keine perfekten Umstände.

Sie bittet Dich nur, dass Du kommst. Und Dein Bestes gibst.

Dass Du im Hier und Jetzt ganz da bist.

Dass Du leuchtest und fliegst und lachst und weinst
und verwundest und heilst und fällst und wieder aufstehst

und spielst und (…) lebst und stirbst als unverwechselbares Du.
Das genügt. Und das ist viel.

 

Quelle

Andere Zeiten, „Wege nach Innen“, Verlag Andere Zeiten e.V. Hamburg, 2020, S. 9.

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SWR Kultur Wort zum Tag

12MRZ2026
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Seit einiger Zeit beobachte ich, dass zu Beerdigungen immer weniger Leute kommen. Klar, es gibt immer noch die prominenten oder die besonders tragischen Todesfälle, bei der die Trauerhalle aus allen Nähten platzt. Aber insgesamt geht der Trend nach unten, finde ich. Teilweise liegt das daran, dass viele Menschen im Alter einsam werden und mit immer weniger Leuten in Kontakt sind. Aber oft liegt es auch daran, dass alte Menschen den Angehörigen nicht zur Last fallen wollen – nur kein Aufwand, nur kein Wirbel um meine Person. Meist verbunden mit dem Wunsch, dass es eine Trauerfeier im kleinsten Kreis werden soll.

Ich finde es aber gerechtfertigt, zum Abschied noch mal etwas Wirbel zu veranstalten. Eine Beerdigung ist schließlich eine Feier, um jemanden zu verabschieden. Und da ist es doch traurig, wenn nur eine Handvoll Leute überhaupt davon wissen.

Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es zum einen für die Angehörigen unheimlich tröstlich ist, wenn sie nochmal möglichst viele Gesichter sehen, die irgendwann im Leben des Verstorbenen mal eine Rolle gespielt haben. Auch wenn jemand in den letzten Jahren seines Lebens nicht mehr viel unterwegs war – das war ja nicht immer so. Verstorbene hatten auch ein Leben vor ihrer letzten Phase, und das war oft ganz lebendig: ein Familienmensch, der bei jeder Gelegenheit den Grill angeworfen hat, ein Hotelrezeptionist, der die Pianobar liebte, eine Sportlerin mit einem extra Zimmer für Medaillen und Pokale, eine Kaktuszüchterin, ein Büttenredner, eine Pilzsammlerin, ein Bademeister – da wird das pralle Leben abgebildet. Bei der Beerdigung dann aber der krasse Gegensatz: Kaum Leute, deprimierende Musik und eine Trauerhalle, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat.

Sicher gibt es auch gute Gründe dafür, eine Beerdigung schlicht zu halten. Wenn es Konflikte in der Familie gab, oder wenn man einfach gerade keinen Kopf dafür hat.

Vor einiger Zeit habe ich eine tolle Beerdigung erlebt. Ein junger Mann war gestorben, die Kapelle war randvoll, und es lief Techno-Musik. Freunde haben vorne am Mikro von gemeinsamen Erlebnissen berichtet, und alle waren eingeladen, Karten an eine Wand zu hängen, auf die man eine Erinnerung schreiben konnte. Vier Freunde haben sogar den Sarg getragen. Am Grab wurde das Lieblingsgetränk des Verstorbenen getrunken – Whiskey-Cola. Es wurde aber auch geweint und gebetet.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43989
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