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SWR3 Gedanken

10APR2026
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Die Hände bilden keine Raute, sondern sind zum Gebet gefaltet. Angela Merkel zu Besuch im Kloster Maria Laach. Merkels Blazer leuchtet hellgelb neben den schwarzen Kutten der Mönche. Die ehemalige Bundeskanzlerin sitzt im Chorraum inmitten der Benediktiner in der wunderschönen romanischen Abtei in der Vulkaneifel. Sie feiern die Vesper - das Abendgebet der Kirche. Und Merkel ist gekommen, um zu predigen - als Pfarrerstochter kennt sie sich damit aus.

Ich habe Glück gehabt und einen Platz bekommen und lausche nun, welchen Impuls Angela Merkel setzt. Sie erzählt, was ihr der Glaube an Gott bedeutet. Merkel meint:  “Christ sein ist eine Lebensaufgabe. [...]”

Klingt anspruchsvoll, aber nichts anderes habe ich erwartet von einer Frau, die zugleich Pfarrerstochter und promovierte Physikerin ist. Mir gefällt was Merkel sagt: “Christ sein ist keine Bank zum Ausruhen, sondern eine [...] Aufforderung die eigenen Gaben zum Wohle anderer einzusetzen”, so Merkel. Und weiter: “Die gute Nachricht dabei ist: Dass wir auf Gottes Güte hoffen können, dass wir nicht perfekt sein müssen, dass wir Fehler machen  dürfen -und dennoch von ihm als Menschen angenommen sind”. Für Merkel besteht die Freiheit des Menschen aber nicht darin, den Glauben als sanftes Ruhekissen zu verstehen, sondern Verantwortung zu übernehmen. Einer Frau, die sich in vielen Krisen unzählige Nächte um die Ohren geschlagen hat und dafür auf manches Ruhekissen verzichtet hat, nehm ich das ab. Und es spornt mich an neu darüber nachzudenken, wo meine Verantwortung liegen kann - als Christ und als Bürger. 

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SWR3 Gedanken

09APR2026
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Der Film “Das deutsche Volk” läuft gerade in der Mediathek von 3sat.  Es geht darin um das Attentat in Hanau am 19.Februar 2020.  Ein Rechtsterrorist hatte 9 Menschen ermordet. Nur deshalb, weil sie einen Migrationshintergrund haben. In dem Film lerne ich diese neun Menschen besser kennen. Weil die Hinterbliebenen von Hanau von ihnen erzählen.

Von Gökhan Gültekin,er fuhr seinen krebskranken Vater zweimal die Woche nach Frankfurt zur Chemotherapie - seine Eltern bedeuteten ihm die Welt.

Von Hamza Kurtović  - er war gerade Fachlagerist geworden, hatte einen Job, mit dem er überglücklich war.

Von Said Nesar Hashemi - der an dem Abend mit seinem Bruder einfach nur Champions-League  gucken wollte.

Von Sedat Gürbüz  - seine Mutter sagt über ihn: “Wenn der Mörder Sedat gekannt hätte, er hätte ihn niemals ermorden können. Wo auch immer er hinging, er strahlte wie die Sonne.”

Von Ferhat Unvar - gerade war er Gas- und Heizungsinstallateur geworden, liebte Techno und Hip-Hop.

Von Fatih Saracoglu -sein Bruder sagt über ihn: Er war jemand, der viele Ideen hatte, der viel wollte, hat mich angetrieben, hat mich gefragt, was ich aus meinem Leben machen will.”

Von Vili Viorel Paun- er kam mit 16 Jahren aus Rumänien nach Deutschland und studierte in seiner Freizeit Italienisch, Spanisch, Englisch und Französisch.

Von Mercedes Kierpacz - Mutter von zwei Kindern, ihr Name Mercedes  bedeutet: Barmherzigkeit.

Und von Kaloyan Velkov. Er arbeitete an dem Abend als Wirt in der Bar und hinterlässt eine Frau und einen Sohn. 

Eine aktuelle Studie belegt. Rassistische Einstellungen verfestigen sich. Als Christ glaube ich aber: Jeder Mensch ist ein einmaliges Geschöpf Gottes und damit meine Schwester und mein Bruder. Egal woher er kommt, was er glaubt, wie er heisst. Rassismus ist Gotteslästerung.

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SWR3 Gedanken

08APR2026
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Herbert Grönemeyer, Hape Kerkeling, Günther Jauch und viele andere Prominente haben im Dezember einen Brief an Kanzler Merz, Innenminister Dobrindt und Außenminister Wadephul geschrieben. Darin steht: „Wir bitten um Ehrfurcht vor dem Leben von Menschen, die für die Bundesrepublik Deutschland, für unsere Werte und Interessen [...] ihre Existenz aufs Spiel gesetzt haben und nun gerade deshalb gemeinsam mit ihren Familien in größter Gefahr sind. Sie haben darauf vertraut, dass Deutschland Wort hält und ihnen beisteht.”* Die Prominenten rufen in dem Brief dazu auf, jene afghanischen Menschen, die bereits von Deutschland eine Aufnahmezusage erhalten hatten,  auch endlich hier aufzunehmen.  Expertinnen, Journalisten und die Kirche warnen schon lange, dass nicht nur die Glaubwürdigkeit Deutschlands, sondern auch Menschenleben auf dem Spiel stehen. Auch mich treibt das als Christ sehr um: Wie kann es sein, dass Menschen, die zum Beispiel mutig dafür eingetreten sind, dass endlich auch Mädchen in Afghanistan zur Schule gehen konnten, jetzt nicht geschützt werden, obwohl ihnen genau deshalb der Tod durch die Taliban droht? Ich kann und will nicht schweigen, bis diese Menschen endlich in Deutschland in Sicherheit sind.  

 

Quelle:  *Brief an Merz: Prominente fordern Aufnahme aller Menschen aus Afghanistan, die Deutsche Aufnahmezusagen erhalten hatten - Kabul Luftbrücke , Ausdruck vom 31.03.2026 um 9:23 Uhr.

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SWR3 Gedanken

07APR2026
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Jenny Jung wohnt mit ihrer Familie im Westerwald und engagiert sich ehrenamtlich in der Trauerbegleitung beim Hospizverein Neuwied. Und zwar für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Manche von ihnen haben ihre Mama verloren, andere ihren Papa. Manche auch Bruder oder Schwester. Dann ist es ganz wichtig, dass diese jungen  Menschen einen Ort haben für ihre Trauer. Dass sie die Trauer nicht runterschlucken, sonst wird es nur schlimmer. Jenny Jung erklärt das so:

“Wenn ich mit meinen Kindern im Schwimmbad bin und die legen sich auf so einen aufblasbaren Ball und man versucht diesen Ball unter Wasser zu drücken und braucht unglaublich viel Kraft. Eine unachtsame Sekunde und mit voller Wucht kommt der Ball wieder hoch. Und ich glaub so ist das auch in der Trauer, wenn man versucht die Trauer und die Gefühle zu unterdrücken und nicht zuzulassen - sie kommen dann ganz plötzlich und mit voller Wucht hoch.”

Es ist so wichtig sich Zeit für die eigene Trauer zu nehmen. Deshalb begleitet Jenny  Jung Menschen genau dabei. Und sie macht Mut auf Trauernde zuzugehen, nicht einen großen Bogen um sie zu machen, sondern Anteil zu nehmen:  Einen Kuchen vorbeizubringen, oder einfach eine Umarmung, das hilft oft schon ganz viel.

Warum sie das macht? “Einer trage des anderen Last. Anders geht´s nicht in unserer Gesellschaft”, findet sie. Die Kraft dafür gibt ihr der Glaube. Sie sagt:  “Mich trägt die Hoffnung, dass da nach dem Tod noch was kommt, dass wir bei Gott sein werden und unsere Lieben auch wiedersehen.”

Was für eine schöne Osterbotschaft - der Glaube an die Auferstehung gibt Menschen auch heute  Kraft. Er vertröstet nicht, sondern er tröstet, weil er eine Perspektive schenkt auf ein Leben über diese Welt hinaus. Und er macht Menschen wie Jenny Jung stark, um trauernden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu helfen. Damit sie nicht alleine trauern müssen, sondern lernen wieder aufzustehen. Und in ihr Leben auf dieser Erde zurückzufinden.

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SWR3 Gedanken

06APR2026
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Thomas Jefferson, Gründervater der USA. Thomas Mann, Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger. Oder Thomas Müller, Weltmeister und Fußballlegende. Sie alle tragen den Namen eines ganz besonderen Jüngers von Jesus. Thomas. Er gilt unter den zwölf engsten Vertrauten Jesu als der Zweifler. Der Skeptiker. Denn: Als Jesus nach seinem Tod aufersteht und den Jüngern wieder begegnet, da ist Thomas nicht dabei. Und als die anderen Jünger - Petrus, Johannes oder Andreas - ihm erzählen, dass Jesus lebt und dass sie ihm begegnet sind, da sagt Thomas: Das muss ich mit meinen eigenen Augen sehen, sonst kann ich das nicht glauben. 

Dass es Thomas mit seinen Zweifeln so prominent in die Bibel geschafft hat? Ich glaube das ist so, weil Zweifeln zum Glauben dazugehört. Zweifeln, das zeigt auch: jemand nimmt den Glauben ernst. Hinterfragt ihn. Und wer über Fragen wie “Warum gibt es so viel Leid auf der Welt? Warum greift Gott da nicht ein?” kühl hinweggeht, an dem muss ich zweifeln. Die Fragen bleiben offen, ich kann nur vertrauen, dass es irgendwann eine Antwort darauf geben wird. Und vertrauen geht nur, wo ich mich frei entscheiden kann.  Und deshalb glaube ich nicht an einen Gott, der mir irgendwas aufzwingen will, sondern der mich in meiner Freiheit ernst nimmt und der mir was zutraut. 

Interessant finde ich, dass Jesus die Jünger nochmal besucht, und da ist dann auch Thomas dabei. Jesus ist nicht sauer auf ihn, sondern geht auf den Zweifler zu. Das macht mir Mut: Glaubenskrisen, Zweifel - für Gott kein Tabu. Mein eigener Glaube jedenfalls ist in Krisen eher gewachsen oder hat sich weiterentwickelt. Ich glaube: Gott hält nicht nur meine Zweifel aus.  Ich glaube sogar: Er hält mich - gerade auch dann, wenn ich zweifle. Wie Thomas.

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SWR3 Gedanken

05APR2026
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Die Schauspielerin Annette Frier steht für mich wie kaum eine zweite für Lebensfreude. Sie ist ja auch Komikerin. Aber in ihrem Leben war nicht immer alles lustig. Sehr früh hat sie ihren Vater verloren. Sie hat sich auseinandersetzen müssen mit der Endlichkeit auf dieser Erde. In einem Interview habe ich sie mal gefragt, ob sie glaubt, dass da nach dem Tod noch was kommt. Und ich fand ihre Antwort total stark: Der Tod , sagt sie, ist wie eine Haltestelle. Eine Haltestelle, an der wir aussteigen. Und dann wieder einsteigen. Weil es irgendwie weitergeht. 

Wenn ich mit Leuten rede, die einen lieben Menschen verloren haben, dann werde ich immer wieder gefragt. Ob ich das echt glaube mit dem Leben nach dem Tod, mit dem Wiedersehen bei Gott. Und ja, ich glaube das. Wie das genau wird – da muss ich natürlich auch passen. Aber ich glaube: Mit dem Tod ist nicht alles vorbei. Und genau das feiere ich heute an Ostern. Deshalb ist mir dieses Fest so wichtig. So heilig. Nicht nur an diesem Wochenende.

Auch dann wenn ich an den Gräbern von Freunden stehe, die viel zu früh an dieser Haltestelle aussteigen mussten. Die ich vermisse. Von denen ich aber auch glaube:  Gott holt sie an der Haltestelle ab - und dann geht es weiter, irgendwie. Das Bild von der Haltestelle - es gibt mir Halt und Hoffnung. Dass es meinen Freunden bei Gott gut geht. Und dass ich sie irgendwann wiedersehe. Frohe Ostern!

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SWR1 Begegnungen

22MRZ2026
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Dr. Nana-Yaw Bimpong-Buta Copyright: privat

Christopher Hoffmann trifft: Dr. Nana-Yaw Bimpong-Buta.

Er ist Kardiologe, Autor eines Spiegelbestsellers über Herzgesundheit und in den sozialen Medien folgen ihm allein auf Instagram 210.000 Menschen. Dort heißt er “Herzens_doc”, denn dieses Organ fasziniert ihn ganz besonders:

Das Herz schlägt ja 70 Mal die Minute im Durchschnitt - 150.000 Schläge pro Tag! Und bis zur Geburt allein in den ersten neun Monaten hat es schon 60 Millionen. Mal circa geschlagen. Es ist für mich das faszinierendste Organ überhaupt.

Kardiologen wie Dr. Nana-Yaw Bimpong-Buta sind gefragt, denn sehr viele Menschen haben Herzprobleme:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nun mal die Haupttodesursache nicht nur in Deutschland, sondern der Welt -weit vor Krebs. Und allein in Deutschland sterben an Herzkreislauferkrankungen 1000 Menschen pro Tag.

Dr. Nana-Yaw Bimpong-Buta nennt sich kurz “Doc Nana” - der Name kommt aus Ghana, von dort kam einst sein Vater als Arzt nach Deutschland. Doc Nana wuchs in Bonn auf -es folgten Medizinstudium, Promotion, über 5.000 Einsätze als Notarzt. Er wurde Oberarzt und bald eröffnet er seine eigene Praxis. Und er hat einen Lehrauftrag an der Uni. Ein Wissenschaftler durch und durch. Aber gleichzeitig sieht er im Herz noch viel mehr -  denn Doc Nana ist gläubiger Christ und postet regelmäßig Bibelverse, die das menschliche Herz thematisieren:

Ich les in der Bibel jeden Tag -selbst wenn ich nur einen Satz schaffe, weil das mein Herz stärkt, mich beruhigt und mir hilft. Ich bin sehr gläubig, ich sprech darüber immer wieder, weil ich weiß: Dass der liebe Gott mir hilft und vielen anderen helfen kann und möchte. Und in der Bibel steht: ”Mehr als alles andere behüte dein Herz.”(Spr 4,23)

Und da steht auch: “Selig, die ein reines Herz haben.” (Mt 5,8) Jesus sagt das in der Bergpredigt - was bedeutet dieser Vers dem Herzensdoc?

Ein reines Herz ist für mich ein liebendes Herz  - weil Liebe ist die stärkste Kraft, die es gibt.

Ein Mediziner, der einerseits am offenen Herzen operiert und andererseits offen über seinen Glauben und die biblische Bedeutung des Herzens nachdenkt - wie geht das zusammen?

 Ich glaub man kann es gar nicht trennen - ich glaub sogar man muss es kombinieren! Wir haben Leitlinien, wir können Messungen machen, Ultraschall, wir sehen das EKG. Ich finde Wissenschaft als Basis für die medizinische Behandlung essentiell wichtig - und Wissenschaft ist eben auch, dass wir nicht wissen, warum eigentlich das Herz schlägt.

Die Wie-Frage, die beantwortet die Wissenschaft. Die Frage aber, warum wir überhaupt hier sind und leben, die hat für mich und auch für den zweifachen Familienvater Nana mit Gott zu tun:

Viele Fragen mich: du bist doch Arzt und Wissenschaftler - das ist doch mit Glaube nicht vereinbar, aber ich sag genau das Gegenteil: ich muss glauben! Weil: es kann doch nicht sein, wenn eine Eizelle und ein Samen sich treffen, dass daraus ein Leben entsteht, ein Mensch.

Der 45-Jährige will Menschen über das Herz aufklären, sie motivieren, dass sie etwas für ihre Herzgesundheit tun. Ganz wichtig: Bewegung, Ernährung, Stress reduzieren. Als Seelsorger stimme ich ihm zu, dass in unserer Gesellschaft noch ein weiteres Risiko dazugekommen ist:

Einsamkeit ist ein Risikofaktor wie Rauchen inzwischen, das ist nachgewiesen wie Cholesterin und Bluthochdruck, aber auch da können wir ja was tun. 

Und auch das hat für den Herzensdoc mit seinem christlichen Glauben zu tun- er ist sich sicher: Herzgesundheit und seelische Gesundheit hängen zusammen:

Es geht um Liebe, es geht um Geduld, es geht um teilen, es geht darum zu sehen: Was kann jeder von uns beitragen in seinem Umfeld.  In der Bibel steht auch, dass wir ein Licht sein sollen!

Beziehungen tun seinem und jedem Herzen gut. Und er fühlt sich verbunden mit Gott. Gott ist für ihn ein Gesprächspartner, der weiß was ihn bewegt, noch bevor er eine Silbe ausgesprochen hat :

Wenn wir wütend sind oder traurig oder einsam, dann hilft mir nur das Gebet - weil es gibt bestimmte Sachen, die kannst du mit keinem anderen besprechen, weil dich keiner so verstehen wird wie Gott dich versteht, weil er ist ja die ganze Zeit dabei, er weiß ja genau wie du dich fühlst .

Doc Nana gibt dann an Gott ab, was - wie man umgangssprachlich sagt - sein Herz  schwer macht:

Dieses Abgeben, das find ich so toll, weil bestimmte Dinge können wir gar nicht selber tragen. Und es muss nicht kompliziert sein. Ich rede mit Gott so wie mit dir, ich red nicht so: Könnten Sie, lieber Gott, mir heute vielleicht Bescheid geben?  Nein, ich sag: Gott das war nicht gut, wo bist du denn? Komm doch dazu, ich weiß du bist Gott, du hast gesagt: Fürchte dich nicht, ich bin dein Gott. Hab keine Angst, ich geh mit dir.

Und das gibt ihm dann auch wieder Elan für seine Herzensmission. Er wirbt dafür sich zu begegnen, sich gegenseitig nicht zu vergessen, sich zu umarmen - all das schüttet Oxytocine aus, Hormone, die erwiesenermaßen gut sind fürs Herz:

Es kann sein, dass du jetzt nach dieser Sendung sagst ich schicke jetzt meinem Lieblingsmenschen eine schöne Nachricht: “Hab dich lieb, schön, dass es dich gibt, Danke dafür.” Und wenn das jeder von uns macht, regelmäßig, dann hat man einen guten Oxytocinflow.”

Und ich glaube dann lebt man auch ganz viel von der Botschaft Jesu, der gesagt hat:  “Du sollst den Herrn, deinen Gott  lieben von ganzem Herzen, [...] und deinen Nächsten wie dich selbst.”(Lk 10,27)

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SWR3 Worte

28FEB2026
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Der Schauspieler, Moderator und Pfarrer Julian Sengelmann scheibt in seinem Buch „Ankerpunkte”:

„Ich glaube an Wunder. Die müssen gar nicht Wasser zu Wein sein. Wunder sind vor allem auch Liebe, Solidarität, Hoffnung und Freundlichkeit in ansonsten furchtbaren und egoistischen Zeiten. Zeiten wie jetzt, in denen wir hartherzig werden, weil wir in Echokammern feststecken und sich unsere Ängste so häufig darin wiederholen, dass wir anfangen, sie zu glauben und nach ihnen zu leben. Ich glaube daran, dass etwas über uns wacht [...] ich glaube fest daran, dass uns etwas ansieht und erkennt, wie wir eigentlich sind. Ohne alle Masken; klarer, als wir uns selbst sehen können.”

Quelle: Julian Sengelmann: Ankerpunkte. Was dir Halt gibt, wenn das Leben stürmisch ist. Verlag bene!, Verlagsgruppe Droemer- Knaur, München, Originalausgabe Oktober 2025, S. 120.

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SWR3 Worte

27FEB2026
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Der Schauspieler Sabin Tambrea, bekannt aus Serien wie „Babylon Berlin” oder „Kudamm”, ist als Kind mit seiner Familie vor der Ceausescu-Diktatur aus Rumänien geflohen. Darüber hat er das Buch „Vaterländer” geschrieben und sagt zu seiner Motivation:

„ Es waren vor allem die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre, die mich dazu bewegt haben. Ich hatte das Bedürfnis, mich zu positionieren und Empathie zu ermöglichen – für eine individuelle Fluchtgeschichte. Denn wir hören heute so oft abstrakte Zahlen von Geflüchteten, aber dabei verschwinden die persönlichen Schicksale. Mit meiner Familie wollte ich genau diese Facetten sichtbar machen: Was es heißt, seine Heimat wirklich hinter sich lassen zu müssen – nicht zu wollen. [...] Ich wünsche mir, dass wir begreifen, wie kostbar unsere Demokratie ist – und dass wir sie unbedingt schützen müssen.”

Quelle: https://www.stadeum.de/component/content/article/692-artikel-interview-sabin-tambrea?catid=40 , Ausdruck vom 17.02.2026 um 20:21 Uhr.

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SWR3 Worte

26FEB2026
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Hape Kerkeling, Günther Jauch und viele andere Prominente haben in einem Brief an Kanzler Merz vor Weihnachten dazu aufgerufen, jene afghanischen Menschen, die bereits von Deutschland eine Aufnahmezusage erhalten hatten, hier aufzunehmen. Sie schreiben:

„Wir bitten um Ehrfurcht vor dem Leben von Menschen, die für die Bundesrepublik Deutschland, für unsere Werte und Interessen – nicht zuletzt für Freiheit und die gleiche Würde aller – ihre Existenz aufs Spiel gesetzt haben und nun gerade deshalb gemeinsam mit ihren Familien in größter Gefahr sind. Sie haben darauf vertraut, dass Deutschland Wort hält und ihnen beisteht. Nun haben sie keinen sicheren Ort mehr. Bitte zeigen Sie, dass wir ein verlässlicher Staat sind.” [...] „Erlauben Sie ihnen die Einreise nach Deutschland und retten Sie damit ihr Leben. ”

Quelle: https://www.kabulluftbruecke.de/updates/brief-an-merz-prominente-fordern-aufnahme-aller-menschen-aus-afghanistan-die-deutsche-aufnahmezusagen-erhalten-hatten/ , Ausdruck vom 17.02.2026 um 20:19 Uhr.

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