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SWR3 Worte

21MRZ2026
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Kaum zu glauben, wie sich innerhalb weniger Wochen das Grau des Winters in eine bunte Welt verwandelt. Pia Schäfer ist Pfarrerin und erzählt auf Instagram, wie sie die ersten Farbkleckse entdeckt hat und seither den Krokussen beim Wachsen zusieht. Ihr tut das gut, und sie sagt:

„(Denn) mit diesem Hauch von Frühling in der Luft fällt es mir leichter auf den Frieden zu hoffen. Vielleicht beginnt er wirklich genauso klein. Nicht spektakulär. Eher unscheinbar. […] Und selbst wenn noch einmal Schnee fallen sollte, glaube ich: Was wachsen will, wächst weiter. So wie diese Krokusse ihren Weg finden, wird auch der Frieden langsam stärker. Gott, lass den Frieden wachsen.“

Pia Schäfer, Beitrag auf dem Instagramkanal @2fuer1hallleluja  am 2. März 2026, abrufbar unter: https://www.instagram.com/p/DVYtgSnGluo/?img_index=1 (zuletzt abgerufen am 8.3.2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44055
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SWR3 Worte

20MRZ2026
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In diesem Jahr fiel die Fastenzeit der Christen mit dem Ramadan, dem Fasten der Muslime zusammen. Der Ramadan ist jetzt zu Ende – Christinnen und Christen müssen noch zwei Wochen durchhalten. Für den Endspurt noch einmal Gedanken, der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die beschreibt, was für Sie das Fasten ausmacht:

Fasten, darunter verstehe ich zweierlei. Zum einen auf etwas zu verzichten, was dazu führt, dass wir aus dem gewohnten Lebenstrott herausfinden und uns so zum Nachdenken über unser Leben zwingen. Und Fastenzeit bedeutet für mich zum anderen, sich Zeit zu nehmen für Dinge, die lange liegen gelassen wurden und nun endlich einmal erledigt werden müssen, obwohl sie vielleicht schwierig oder sehr unangenehm sind. Aus beidem können neues Denken und verändertes Handeln erwachsen. Und mit dem Ende der Fastenzeit, mit der Auferstehung Jesu und dem Osterfest erleben wir, welche Hoffnung uns daraus erwachsen kann.

Fastenpredigt der Bundeskanzlerin a. D. in der Benediktinerabtei Maria Laach am 4. März, 2026, online abrufbar unter: https://www.buero-bundeskanzlerin-ad.de/reden/fastenpredigt-der-bundeskanzlerin-a-d-in-der-benediktinerabtei-maria-l/ (zuletzt abgerufen am 6.3.2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44054
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SWR3 Worte

19MRZ2026
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Für den Jesuitenpater Martin Löwenstein ist sein Fahrrad ein spiritueller Ort. Das musste er erst entdecken. Und seine Entdeckungsreise hat angefangen, als er noch ein Junge war:

„Es war die fantastische Erfahrung von Freiheit. Die ersten Meter hat mich die Mutter noch angeschoben und dann bin ich davongefahren. Mit meinen vier oder fünf Jahren bin ich sicher noch manches Mal gefallen. Das habe ich vergessen. Aber die Freiheit ist geblieben. (...) So ist es bis heute geblieben, im Alltag und in den Sommerferien. Fahrrad reimt sich für mich auf Freiheit – gerade auch, wenn es bergauf geht oder bei Winterwetter mit Anstrengung verbunden ist.

Viel später erst habe ich darüber nachgedacht. Gerade im Johannesevangelium, […] sagt uns Jesus: „Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht.

SJ Martin Löwenstein, „Glaube auf zwei Rädern, Erstveröffentlichung im Jesuitenmagazin 4/2024, abrufbar unter: https://sinnundgesellschaft.de/glaube-auf-zwei-raedern/ (zuletzt abgerufen am 6.3.2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44053
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SWR3 Worte

18MRZ2026
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Heute abend geh ich wieder in die Probe meines Chores und ich weiß, dass es mir gut tun wird. Warum Chorsingen so wertvoll ist und warum ich mir dabei auch was für den Alltag abschauen kann, das erklärt Professor für Chorleitung Florian Lohmann : 

„Chorsingen ist der Gegenentwurf zu Abschottung und Vereinzelung. Es schafft Gemeinschaft, Teilhabe, Zusammenhalt und das Bewusstsein, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als jede und jeder für sich allein. […] [A]ll diese positive Wirkungen des Chorsingens – künstlerisch, sozial, auch gesundheitlich – entstehen nicht von selbst. Sie sind kein Zufallsprodukt, sondern sie entstehen mithilfe einer Leitung.“

Prof. Florian Lohmann, Beitrag auf dem Instagramkanal @chorundensembleleitung am 3. März 2026, abrufbar unter: https://www.instagram.com/p/DVbSAo2Cl09/?img_index=1 (zuletzt abgerufen am 11.3.2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44052
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SWR3 Worte

17MRZ2026
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Johannes Immanuel Schneider ist Christ, und er ist blind. Als Influencer erklärt er auf Instagram, warum das für ihn zusammenpasst und was ihn an Jesus so fasziniert:

Jesus ist der Gott, der meine Blindheit nicht heilt, aber mir darin Würde, Stimme und Richtung gibt. Er ist der Mensch, durch den Gott sagt: Du bist nicht zu schwach, zu behindert, zu fremd oder nicht gut genug. Du bist gemeint, geliebt, wertvoll und einzigartig. […] Jesus ist der Gott, der nicht wegschaut, sondern sich neben mich setzt. Jesus ist Hoffnung mit Narben – echt, verletzlich und näher als jede fromme Antwort.“

Johannes Immanuel Schneider,  „Jesus, was er für unseren Glauben bedeutet“, Post auf dem Instagramkanal „yeet_netzwerk“, abrufbar unter: https://www.instagram.com/p/DUYUa9YjBE-/?img_index=1 (Zuletzt abgerufen am 6.3.2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44051
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SWR3 Worte

16MRZ2026
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Wenn man sieht, wie’s in unserer Welt gerade so zugeht, dann kann man sich schon fragen: Mein eigenes kleines Leben – kümmert das überhaupt jemanden? Und spielt es überhaupt eine Rolle, was ich tue oder lasse?
Ja, tut es! meint Anselm Grün, Benediktinerpater und bekannter Buchautor. Er schreibt: 

Der Glaube aber sagt uns: Jeder gräbt mit seinem Leben eine Spur in diese Welt ein und gestaltet sie dadurch mit. Die Frage ist, was von mir ausstrahlen soll: Bitterkeit, Resignation, Ohnmacht? Oder aber Hoffnung, Liebe und Barmherzigkeit? Jesus traut uns zu, dass wir das Salz der Erde sind und dass wir Licht bringen in die Dunkelheit. Jedes Leben hat also einen Sinn.

Anselm Grün, Was verleiht dem Leben Sinn?, Aritkel in Christ und Welt,  4. März 2026, online abrufbar unter: https://www.zeit.de/2026/11/viktor-frankl-sinn-glauben-christentum-psychologie(zuletzt abgerufen am 5.3.2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44050
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SWR1 Begegnungen

15MRZ2026
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Nana Myrrhe

Felix Weise trifft Nana Myrrhe

Kein Sex vor der Ehe. In den christlichen Kreisen, in denen ich aufgewachsen bin, war das durchaus eine Position, die manche vertreten haben. Gerade, weil mir das so bekannt vorkam, war ich gespannt auf mein Gespräch mit Nana Myrrhe. Sie ist mit solchen Einstellungen aufgewachsen und hat sich erst als Erwachsene von der sogenannten purity culture distanziert. Worum geht es da genau? Nana Myrrhe beschreibt purity culture als…

…eine Atmosphäre, in der sehr strenge Regeln in Bezug auf alles, was mit Sexualität zu tun hat gelten. Und das umfasst ganz viele Verbote und findet oft in religiösen Gruppen statt, kann aber auch in sehr konservativen Familienumfeldern so sein.

Verboten ist nicht nur Sex bevor mein heiratet, sondern noch mehr:

Beispielsweise Masturbation ist verboten, weil das als Sünde gilt in diesen Kontexten. Dating vor der, Ehe ist auch verpönt, eher, weil es auch zur Sünde verleitet. Am besten soll man schon die Person irgendwie kennenlernen, aber jetzt nicht so in dem romantischen Kontext treffen, weil sonst könnte ja was passieren. Queerness gilt als Sünde, als verboten

Schwierig wird es vor allem, wenn jungen Menschen vermittelt wird, dass nur wer sich an die Regeln und Verbote der purity culture hält, seinen Glauben richtig lebt:

…weil die Pubertierenden sitzen ja da und merken sie haben Sexualhormone, sie sind betroffen und unterdrücken sich dann ganz, ganz stark. Das kann zu sexuellen Funktionsstörungen führen, das kann einfach  zu einem krassen Selbsthass, also einer extremen psychischen Belastung führen. Das ist mir sehr wichtig zu sagen Ich. Das geht bis hin zu Suizidalität für Gedanken, die komplett normal sind, für Pubertierende, für Jugendliche.

Wenn solche extremen Verbote und Regeln als Last empfunden werden – warum haben sie sich in manchen freikirchlichen Gemeinden, aber auch landeskirchlichen Kreisen trotzdem durchgesetzt? Ein Grund:

Es ist auch eine Aufwertung, eine innere spirituelle Aufwertung von sich selbst. Das habe ich bei mir auch gemerkt. Ich hatte ganz, ganz wenig Selbstbewusstsein und habe mich dann, wie viele andere auch super stark angefangen zu identifizieren. Darüber, dass ich das in dieser Welt, die so unmoralisch ist, als einzige, quasi als eine der wenigen Auserwählten, richtig mach und wirklich rein bin und wirklich damit heiliger und näher bei Gott bin. Und das ist ja ein totales Missverständnis von  wer Gott ist, finde ich. Aber ich habe daran geglaubt, dass Gott denen auch näher ist, die da mehr investieren.

Nana Myrrhe hat ein Buch über diese Erfahrungen, über ihr Aufwachsen in konservativen Kreisen, in denen eine rigide Sexualmoral gelehrt wird, geschrieben. „Feucht und Fromm“ Sie erzählt, dass sich bei ihr erst etwas verändert hat, als sie mit ihrem Ehemann das erste Mal versucht hat zu schlafen.

Diese Regeln jahrelang einzuhalten in Bezug auf eben ich muss warten um jeden Preis mit penetrativem Sex auf meine Ehe, um dann zu merken, wenn man dann so weit ist und dann das erste Mal versucht zu haben, dass es gar nicht geht, weil man so massivste Schmerzen hat, weil man dann merkt, man hat eine sexuelle Funktionsstörung, die dann bei mir diagnostiziert wurde, ist einfach mein Turning Point gewesen und auch der Moment, wo ich gemerkt habe, das ganze System geht nicht auf.

Ich finde es erstaunlich, dass meine Gesprächspartnerin, nachdem der Glaube ihr auch so viele schlechte Erfahrungen gebracht hat, nicht eine eigentlich nachvollziehbare Konsequenz gezogen hat: Mit dem christlichen Glauben zu brechen. Sie bezeichnet es selbst als kleines Wunder, dass sie noch glaubt.

Das Gottesbild, das ich hatte, war sehr negativ, also ein sehr strafender, sehr willkürlicher Gott und ein sehr kontrollierender Gott. Und an den glaube ich heute nicht mehr. Ich glaube an den Gott der Liebe. Und es wird zwar in den Gemeinden, wo ich herkomme, zwar auch gesagt und auch immer wieder betont, dass Gott die Liebe ist. Daran sind Bedingungen geknüpft. Wenn du die nicht hältst, dann verwandelt sich Gott in das strafende Monster, der einen in die Hölle schicken will.

Unsere Gottesbilder sind auch immer menschlich beeinflusst – das finde ich nachvollziehbar. Wie unterscheidet man dann aber, was menschengemacht ist von dem, wie Gott wirklich ist?

Ich denke, das ist tatsächlich einfacher als man denkt. Alles, was schadet, kommt nicht von Gott. Alles, was heilt und was aufrichtet und was Menschen weiterhilft, dahinter steckt Liebe. Und dahinter steckt meiner Überzeugung nach göttliche Energie.

Gott in dem, was lebensförderlich ist. Ich überlege: Liegt dann ihrer Meinung nach in einer gesunden Sexualität auch etwas Heiliges?

Ich bin heute fest davon überzeugt, dass Sexualität auch eine Form der Anbetung sein kann.

Das ist steil formuliert. Und vielleicht für den ein oder anderen zumindest eine herausfordernde These. Vielleicht etwas weniger Steil gefragt. Hat der christliche Glaube etwas zu Fragen des Umgangs mit der Sexualität beizutragen?

Ich glaube, aus den christlichen Werten von beispielsweise Nächstenliebe ergeben sich bestimmte Regeln.  Ehebruch ,also gerade dieses Hintergehen von einem Partner ist unchristlich. Das würde ich schon beispielsweise so sagen. Die Bibel gibt uns viel zu Bedenken, auch beim Thema Sexualität, aber es geht nicht, dass man einfach sagt, wir möchten jetzt die Regeln aus der alttestamentarischen Zeit wie eine Schablone auf die heutige Zeit legen und behaupten, dass man nur heilig und ein guter Christ sein kann, wenn man enthaltsam lebt

 

Das Buch „Feucht und Fromm“ kann direkt auf der Homepage der Autorin bezogen werden: https://www.nanamyrrhe.de/

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44056
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SWR3 Worte

15MRZ2026
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Uns Christen gibt es schon seit fast 2000 Jahren. Erstaunlich - findet Jan Rüggemeier. Er ist Professor für Theologie und weiß, wie merkwürdig die biblischen Geschichten für die Menschen damals geklungen haben. Besonders die, wie Jesus am Kreuz gestorben ist, weil er uns Menschen liebt. Und damit sagen will:

Seht her Gott liebt sogar die, die ihn verachten und ans Kreuz schlagen.
(…) Das werdende Christentum entwickelt in der Folge eine ungekannte Empathie gegenüber jeder Form von Leiden (…) (und verlangt,) sich um die Benachteiligten zu kümmern, (oder lädt dazu ein,) sich in andere einzufühlen. (…
Das war anderen Kulturen fremd. (…)
Wenn es in der Antike eine PR-Agentur gegeben hätte – sie hätte sich das Christentum so nicht ausgedacht und auch nicht das, was das Christentum als Botschaft hatte. (…)

Jan Rüggemeier in: Der Aufstieg des Christentums bleibt ein Mysterium, Interview in DIE ZEIT von Christina Rietz, 8. Februar 2026, online abrufbar unter: https://www.zeit.de/2026/06/aufstieg-christentum-roemisches-reich-paulus-jesus (abgerufen zuletzt am 5. März 2026)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44049
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SWR1 3vor8

11JAN2026
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Ein bisschen Wasser über den Kopf. Mehr passiert eigentlich nicht. Und doch ist es für mich jedes Mal ein ganz besonderer Moment, wenn ich einen Menschen taufe. Ich sehe das glitzernde Wasser im Taufbecken, meistens ist es extra ein bisschen angewärmt. Und ich beobachte die Reaktionen: Da sind die Säuglinge, die meine Hände ganz energisch von sich fernhalten wollen. Sie ahnen wohl, dass gleich etwas Ungewohntes passiert. Und da sind die anderen, die ganz neugierig nach den Tropfen greifen, die im Licht funkeln. Symbolisch lasse ich das Wasser dreimal über den Kopf des Kindes fließen und spreche die uralten Worte: Ich taufe dich auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der Predigttext des heutigen Sonntags erinnert daran, dass auch Jesus sich hat taufen lassen. Nur war er damals kein Säugling mehr. Er war ein erwachsener Mann, bereit loszuziehen und die Menschen für Gottes Welt zu begeistern. Er geht zum Fluss Jordan, zu Johannes. Der ist bekannt dafür, dass er die Menschen zur Umkehr ruft und sie tauft. Aber als Jesus vor ihm steht, zögert Johannes. Erst als Jesus ihn eindringlich bittet, willigt Johannes ein. Er taucht Jesus ganz unter im Jordan und zieht ihn tropfnass wieder herauf– ein kraftvolles Bild für einen Neuanfang. Und als Jesus wieder aus dem Wasser auftaucht, hört er eine Stimme, die ihm sagt: Du bist mein geliebter Sohn.

Damit wird  klar, dass Jesus zu Gott gehört. Dass er bereit ist für seinen Weg. Aber – und das ist das Entscheidende: Noch hat er gar nichts geleistet. Er hat noch keine Kranken geheilt, keine Bergpredigt gehalten und noch nicht am Kreuz gelitten. Es ist noch gar nicht bewiesen, ob er dazu überhaupt in der Lage sein wird. Aber  Gott bekennt sich zu Jesus, noch bevor der bewiesen hat, dass er das Zeug  dazu hat. Gott sagt: „Du bist mein geliebtes Kind“ bevor  Jesus dafür irgendwas Großartiges  getan hat.

Deshalb passt es auch, dass wir Kinder oft ganz am Anfang ihres Lebens taufen. Noch bevor sie irgendetwas tun oder sagen könnten, was sie in den Augen der Welt wertvoll macht. Gott nimmt sie als seine Kinder an, ohne jede Gegenleistung. Wenn ich ein Kind taufe, dann sage ich danach oft einen Satz aus der Bibel, der für mich genau das ausdrückt: Fürchte dich nicht, sagt Gott zu dir, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.

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SWR1 Begegnungen

14DEZ2025
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Dieter Falk Bildrechte: Detlef Krentscher

Felix Weise trifft  Dieter Falk

Er hat die Popgruppe Pur produziert, hat den Musikpreis „Echo“ gleich mehrfach gewonnen,  und irgendwann hat er angefangen, selbst Musicals zu schreiben: über die  10 Gebote, über Moses, Luther... Viele haben christliche Themen – das ist das besondere an ihnen. Und: Es sind Chormusicals, das heißt: Ein Großteil des Musicals wird von einem riesigen Chor gestaltet. Und deshalb können auch Laien ganz einfach mitmachen – eigentlich jeder, der Freude am Singen hat. Jetzt gerade zum Beispiel, da  ist das Musical „Bethlehem“ wieder in einigen großen Städten zu hören. Es erzählt die Weihnachtsgeschichte. Warum hat es gerade den Titel „Bethlehem“ bekommen?

Die Idee, das Stück Bethlehem zu nennen, hatte Michael Kunze.

Michael Kunze ist der Librettist, der den Text für das Musical geschrieben hat.                                                                                                            

Er sagte, dass diese Stadt so vieles symbolisiert, was im Nahen Osten mehr denn je ein Thema ist. Drei Weltreligionen auf engstem Raum zusammen Kultur, Religion prallen auf kleinem Raum zusammen. Aber Michael Kunzes  Idee war an der Geschichte von Bethlehem, was dort passiert, ist, diese Geschichte neu aufzurollen, quasi ihn, wie er es so schön nennt, in den Brunnen der Vergangenheit einzutauchen, aber startend von der Jetztzeit in Bethlehem.

Bethlehem als Ort, der die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet – die Konflikte, die heute den Nahen Osten prägen verbunden mit denen von damals: als es auch schon um Herrschaftsansprüche ging, um Identität und natürlich auch ums liebe Geld. Das schwingt mit  in der biblischen Weihnachtsgeschichte. Aber vor allem die  Sehnsucht nach Frieden. Für Dieter Falk ist klar…

…dass das in der Weihnachtsgeschichte eine der großen Botschaften ist – Frieden auf Erden taucht in jedem dritten Weihnachtslied irgendwo als Botschaft auf. Und die Hoffnung, dass so ein kleines Baby diese Welt so verändert, dass es sich, ja, dass irgendwann mal Friede ist. Wir wissen alle, das war noch lange nicht so weit sind. Aber wenn ein 2000 Köpfe starker Chor diese Botschaft in die großen Hallen hinein singt, dann hoffen wir, dass sich viele da zumindest immer wieder dran erinnern.

Frieden. Dazu Vertrauen, das Wunder eines neuen Lebens. Themen, die heute wie früher berühren. Und die  im Musical in einem Song zu so etwas wie einer Kernbotschaft konzentriert sind: : 

Der vorletzte Song heißt das Leben gewinnt. Das ist eine schöne Zeile. Alle Eltern können das glaube ich nachvollziehen, dass sie in ihre Kinder all die Wünsche hineinprojizieren, die sie selbst vielleicht nicht erfüllt bekamen. Das Leben gewinnt. Wir projizieren die Hoffnungen und den auch den Wunsch nach Frieden in die nächste Generation hinein. Das Leben gewinnt mit jedem Kind. Das ist wirklich so eine dieser zentralen Aussagen dieses Musicals.

Das Leben gewinnt – eine der zentrale Aussagen, die mit der klassischen Weihnachtsgeschichte erzählt werden. Wie geht das insgesamt – von einer vorliegenden Geschichte zu einem Musical zu kommen? 
Das Musical ist natürlich eine Form, die gerade beliebt ist und Menschen anzieht.

Aus meiner Sicht eignet sich die Weihnachtsgeschichte ganz toll für ein Musical, weil man diese Hauptprotagonisten Maria und Joseph, ganz klar weiß. Dann natürlich die die Hirten, dann die Könige und dann König Herodes. Die Figuren sind klar, und das ist für den Stoff eines Musicals eigentlich wunderbar.

Der Stoff ist also geeignet. Aber wie geht es dann weiter? Wie findet Dieter Falk den richtigen Ton für die Geschichte?

Anfangs komponiere ich immer so auf Tonsilben. Bethlehem, Bethlehem, das stand schon so als Idee. "da,da, dadada" und das schicke ich Michael und zurück kommt wird Dokument und das passt dann wirklich zielgenau. Und dann muss ich nur noch mal ein neues Demo machen, mit dem Text drauf gesungen.

Bei einem Stück zu Weihnachten kommt man ja eigentlich gar nicht drum herum, nicht auch die klassischen Weihnachtslieder einzubauen. Auch im Musical „Bethlehem“ kommen Weihnachtslieder vor- aus ganz unterschiedlichen Traditionen:

Ich habe schon in der Tat weihnachtliche Songs benutzt und sie in Gospel neu arrangiert. Zum Beispiel Herbei, o ihr Gläubigen. Dann habe ich den amerikanischen Weihnachtsong „Joy to the World“ „Joy to the world“ heißt jetzt „Freue dich Welt“ und das Ganze ist auch relativ flott und sehr gospelig. Das habe ich gemacht. Und dann habe ich auch hin und wieder das Weihnachtsoratorium zitiert, das allerdings nur zitiert. Bei den anderen Songs sind Sie wirklich völlig neu arrangiert. Alles unter der Überschrift Gospel.

Wenn das Stück fertig ist, ist die Arbeit des Komponisten dann eigentlich getan. „Behlehem“ ist aber nicht nur ein Musical, sondern ein Chormusical, an dem viele Laiensängerinnen und -sänger mitwirken.  Und deswegen ist Dieter Falk bei fast jeder Aufführung dabei… .

weil ich das natürlich auch sehen möchte und diese Gänsehaut fühlen möchte, wenn zum Ersten Mal diese dieser Riesenchor von 2000 Sänger und Sängern in Bethlehem singt. Das ist einfach ein tolles, unvergleichlich tolles Gefühl.

Auch dieses Jahr ist das Musikal auf Tour – schon das dritte Jahr in Folge. In Stuttgart ist es am 28.12.  zu hören : Und Dieter Falks Musik zieht noch weiter ihre Kreise…,

wenn Lieder unseres Stücks, wenn die Sonntags dann Weihnachtsgottesdienst oder am Heiligabend, also nicht am ersten Weihnachtstag, wenn das an Weihnachten gesungen wird. Und das passiert schon seit einigen Jahren. Das freut uns sehr.

Ein Lied das es schon in einige Weihnachtsgottesdienste geschafft hat und auch eine Kernbotschaft des Musicals ausdrückt: „Das Leben gewinnt mit jedem Kind“. Ich wünsche Ihnen eine frohe Weihnachtszeit!

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Mehr Infos zu den Aufführungsorten und dem Musical gibt es hier: Chormusical Bethlehem
Einen kleinen Einblick ins Musical „Bethlehem“ gibt es hier: Weltpremiere in Düsseldorf | Bethlehem - Das Chormusical

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43487
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