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SWR3 Worte
Der neue Job, eine Klassenarbeit, die neusten Nachrichten – es gibt viel, vor dem man Angst haben kann. Pfarrerin Tina Willms glaubt, dass uns Engel begleiten und erzählt, wie sie ihr helfen:
„In dieser Nacht schlich sich ein Engel in meine Träume. Er flüsterte mir sein „Fürchte dich nicht!“ in Ohr und Herz. Morgens verflüchtigte er sich, wurde wohl anderswo gebraucht. Sein Wort aber blieb in Ohr und Herz. Und machte mich stark für den Tag.“
Tina Willms, Glück ist, im Regen zu schwimmen. Gute Gedanken für ganz gewöhnliche Tage
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Manchmal ist es schwer das Schöne zu sehen. Die Hoffnung fehlt. Pfarrerin Tina Willms hat eine Idee, wie es wieder wird mit der Hoffnung:
„Neulich, als die Zeiten düsterer wurden und ich immer verzagter, da habe ich bei der Hoffnung einen Kredit aufgenommen. Sie saß mir gegenüber und lächelte freundlich. Weder fragte sie nach meinen Liquiditäten, noch sprach sie von Zins und Tilgung. Die Summe, die sie nannte, überstieg meine Erwartungen. Ob ich denn noch Fragen hätte. Wie lange währt die Frist, sagte ich. Da lächelte sie und meinte: Für immer. Rückzahlung ist nicht erforderlich. Nur weiterzugeben, was du bekamst.“
Tina Willms, Glück ist, im Regen zu schwimmen. Gute Gedanken für ganz gewöhnliche Tage
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Zu spüren und zu erkennen, wenn etwas gut ist.
Pfarrerin Tina Willms erlebt das immer wieder und beschreibt das so:
„Jetzt ist es gut. Es gibt Momente, in denen ich das fühle. Ich gehe durch einen Park, mir streift ein Windhauch durchs Gesicht, ich denke an Menschen, die ich liebe. Und spüre: Jetzt, gerade in diesem Moment, ist es gut. […] Die Welt ist keineswegs heil. Und auch in meinem eigenen Leben ist alles im Fluss. Wo es hingehen wird, weiß ich nicht. Trotzdem, manchmal, mitten am Tag, solch ein Augenblick. Jetzt ist es gut.
Dann verschwindet er wieder. Verändert hat sich äußerlich nichts. Keine große Rettung, nur ein Moment, herausgenommen aus der Zeit. Spürbar der Boden unter den Füßen. Und eine Erinnerung an diesen Augenblick, die bleibt.”
Tina Willms, Glück ist, im Regen zu schwimmen. Gute Gedanken für ganz gewöhnliche
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Manchmal erwartet man einen gewöhnlichen Tag und dann ist er plötzlich anders. Man ist einfach glücklich. Pfarrerin und Poetin Tina Willms beschreibt so einen Morgen:
„An diesem Morgen bin ich glücklich. Ich spüre die kleine Welle, irgendwo innen, sie wächst in mir und gewinnt an Kraft, fließt bis in die Fingerspitzen. Dabei gibt es nicht einmal einen besonderen Grund dafür. Draußen ist es grau. Und auch die Nachrichten enthalten wenig Gutes. Die kleine Welle, sie kommt trotzdem, einfach so. Kommt, geht wieder, hinterlässt Kraft: es war da, das Glück, ist hereingeschneit an diesem seltsamen Morgen, der doch eigentlich nur ein ganz gewöhnlicher Tag werden wollte.“
Tina Willms, Glück ist, im Regen zu schwimmen. Gute Gedanken für ganz gewöhnliche Tage
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Wir alle haben unsere Vorlieben. Wenn es aber immer so wäre, wie wir es am liebsten mögen, wäre es auch nicht gut. Deshalb wünscht Pfarrerin Tina Willms uns Vielfalt:
„Ich wünsche dir Lust an der Vielfalt der Tage. Nur Sonne: du würdest verbrennen. Nur Regen: du würdest ertrinken. Nur Wind: du bliebest am Boden. Im Wechselspiel jedoch entwickelt sich das Leben, wächst auch du, Jahr um Jahr ein Stück weiter dem Himmel zu.“
Tina Willms in: Heute heiter bis glücklich, Gedichte, Gedanken und Geschichten zum Wohlfühlen
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Auf manches in meinem Leben habe ich keinen Einfluss. Sehr wohl aber darauf, wie ich drauf schaue. Es kommt auf den passenden Blick an, wie wir unser Leben sehen. Autorin Carola Vahldiek wechselt dafür einfach öfter ihre Brille:
„Für jeden Tag habe ich die passende Brille. Natürlich die rosarote. Durch die ich dich immer noch sehe. Eine sonnengelbe für graue Regentage. Die grüne trage ich gern bei Gartenarbeit und bei Mutlosigkeit. Die rote verleiht mir Frohsinn und Kraft im täglichen Einerlei. Die violette setzte ich auf wenn Herren auf hohen Rössern mal Gegenwind brauchen. Orange nehme ich gern für fröhliche Feste. Himmelblau für den Sonntag am Meer. Nur die schwarze bleibt oft liegen. Die trage ich nur auf Trauerfeiern oder – hin und wieder – wenn ich mitten am hellichten Tag einen Stern locken will in meine Arme.“
Carola Vahldiek, in: Heute heiter bis glücklich, Gedichte, Gedanken und Geschichten zum Wohlfühlen
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Wir sind ständig Erwartungen von Menschen ausgesetzt. Das gehört zum Alltag dazu. Und es macht müde. Josephine Teske kennt das. Die Pfarrerin hat für solche Situationen ein Gebet geschrieben:
„Gott, mich macht es müde, wenn ich daran denke, mich irgendwie verändern zu müssen – zum Besseren oder was auch immer, mich neu zu denken. Was ich brauche, ist keine Perfektion. Was ich brauche, ist Liebe. Frei will ich sein von der Erwartung, das Leben müsste besser sein, von den Rechnungen, Sorgen, meinen Rollen. Dich brauche ich, Gott, dass du in mir wirkst!“
Josephine Teske, Unsere Réstistance. Gott. Immerdar. Gebete zum Leben
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Christsein findet überall statt. Daheim, in der Kirche und in der Öffentlichkeit. Christsein bedeutet auch das Leben zu genießen. Dazu hat der Pfarrer Siegfried Eckert einen passenden Segen geschrieben:
„es segne uns der gemütliche gottvater
Sein angesicht leuchte humorvoll über allen
es segne uns sein wasser in wein verwandelnder sohn
was heute noch groß und wichtig erscheint ist bei ihm morgen schon nichtig und kleine
es segne uns der heilige geist der seine gemeinde mit begeisterung trunken machte
er gewähre unserem tun und lassen die nötige gelassenheit
gott gebe uns eine fröhlichkeit die nicht alles bierernst nehmen muss
und die seele in sonnigen gärten vor halbvollen krügen auf belastbaren bänken entspannt baumeln lässt.“
Siegfried Eckert, neulich küsste ich gott. Berührende gebete, edition christmon, 2017
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Manchmal sind es gar nicht die großen Aufgaben, die anstrengend sind. Manchmal ist es einfach nur der Alltag, der anstrengend ist. Das kennt auch der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Deshalb bittet er am Morgen:
„Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Mach mich findig und erfinderisch, um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechtzeitig meine Erfahrungen zu notieren, von denen ich betroffen bin. Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.[…] Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.“
Antoine de Saint-Exupéry, in: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Gedanken, die gut tun
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Im Alltag kann der Blick für sich selbst verloren gehen. Wir sind beschäftigt mit Arbeit, Familie und anderen tausend Themen. Wir können aber nur für andere sorgen, wenn wir auch für uns sorgen. Der Mönch Bernhard von Clairvaux sagt deshalb:
„Wenn also alle Menschen ein Recht auf dich haben, dann sei auch du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selbst hat. Warum solltest einzig du selbst nichts von dir haben? Wie lange noch schenkst du allen anderen deine Aufmerksamkeit, nur nicht dir selbst? Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sag nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.”
Bernhard von Clairvaux, in: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Gedanken, die gut tun
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