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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„Ich schätze, an Ihnen, dass Sie eine Chefin sind, die danke sagen kann."
Der Satz steht wie ne Eins. Mitten in der Abteilungsklausur einer Firma ist er gefallen. Bei einer Feedbackrunde über die Zusammenarbeit im Team. Ein Satz wie ein Geschenk des Himmels. Der gelobten Chefin tut er gut, zumal die anderen Mitarbeitenden spürbar nicken. Gut, dass einer das ausspricht. „Ich schätze an Ihnen, dass Sie eine Chefin sind, die danke sagen kann." Ich hoffe, Sie können das von Ihrer Chefin oder Ihrer Vorgesetzten auch sagen.
Chefs und Vorgesetzte, die danke sagen können, die öffnen dem Himmel eine Tür ins Berufsleben. Ein Chef, der danke sagt, macht es nämlich ein bisschen wie der liebe Gott.
In der Bibel gibt es ja reihenweise lobende Feedbacks von Mitarbeitenden an den himmlischen Chef. Sie drücken aus, dass sie sich von ihm wert geschätzt und gut behandelt fühlen.
Nur ein Beispiel: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währt ewig.
Ein irdischer Chef, der freundlich danke sagt, macht deutlich, dass ihm die Mitarbeitenden wert und wichtig sind.
Allerdings fürchte ich, dass viele Chefs und Vorgesetzte sich mit dem „danke sagen" schwer tun. Man hört ja eher Geschichten, dass Mitarbeitende das Gefühl haben, „danke, nee, danke wird bei uns eher selten gesagt." Bei einer Verabschiedung in den Ruhestand, da auf einmal. Aber dabei kriegt der Dank leicht einen faden Beigeschmack.
Einen doppelten sogar:
Entweder muss man sich als Bedankter sagen: „Naja, zu einer Verabschiedung gehört das halt dazu."
Oder wenn man spürt: Es ist wirklich ernst gemeint und kommt von Herzen, dann fragt sich mancher und manche: Warum erst jetzt, um Himmels Willen? Das hätte ich auch früher schon mal gern gehört.
Eine Chefin, die danke sagt, zeigt, dass sie ihre Mitarbeitenden wahrnimmt. Den Einzelnen sieht. Und was er und sie tun. Und das schafft ein Klima, in dem Menschen sich anerkannt fühlen und geschätzt. Und davon leben wir doch, dass wir das spüren. Und ist es nicht auch in einer Firma oder einem Amt genau so: Die wahren Schätze sind die Menschen.
Man muss sich in einer Firma zwischen Chefs und Mitarbeitenden ja nicht gleich Ständchen bringen mit Harfen oder Gitarre. Aber man kann die Lob- und Dankkultur entwickeln und ausbauen.
In den nächsten 4 Wochen ist dafür ja reichlich Gelegenheit. Advents- und Weihnachtsfeiern gibt es ja in fast jeder Firma, in jedem Amt. Anlässe die für „danke schöns", wie geschaffen sind, um dem Himmel eine Tür zu öffnen.

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