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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Feste muss man feiern wie sie fallen. Und im Sommer fallen sie ständig.
Wenn ich selbst zu Festen eingeladen werde freue ich mich sehr, aber selber einladen, finde ich ja noch viel spannender. Wen lade ich ein und überhaupt: wie viel Besuch traue ich mir zu...habe ich genug Platz für alle und was wird mich das kosten? Was mache ich, wenn nur wenige kommen? Unangenehm wäre es auf jeden Fall.
So wie bei dem Mann, von dem Jesus erzählt. Er hat ein rauschendes Fest geplant und dazu großzügig eingeladen. Dann ist endlich alles soweit: die Tische gedeckt, das Essen fertig, die Kerzen brennen. Aber kein einziger Gast ist da. Also schickt der Mann einen Freund los. Er soll den Gästen sagen: Bitte kommt, wir wollten doch feiern! Aber die haben plötzlich alle fadenscheinige Ausreden: der eine hat ein neues Haus, der Zweite nur Augen für seine neue Frau und auch der Dritte hat wichtige Geschäfte zu erledigen. Entschuldigung, irgendwas ist ja immer. Als der Gastgeber das hört, wird er wütend. Die Party fällt nicht aus, entscheidet er und schickt seinen Freund noch einmal los: „Geh in die Stadt, zum Bahnhof und in die Unterführungen und lade sie alle ein: die Obdachlosen, die vom Leben enttäuschten, die Punker und schrägen Gestalten. Dann feiern wir mit ihnen!" Viele von ihnen kommen, aber weil immer noch viele Plätze frei sind, schickt er den Freund noch einmal: „Geh auf die Landstraßen und zu den Autoraststätten. Und hol sie alle...jeden, der dir über den Weg läuft, bring her. Es soll rappelvoll werden. Nur die ursprünglich eingeladenen Gäste, die bleiben draußen."
Ein bisschen überempfindlich, der Gute? Es ist Gott, von dem Jesus hier spricht. Sein Fest ist das Leben mit Ihm, in seiner Nähe. Und das schon jetzt, hier auf der Erde. Das zu verschieben geht einfach nicht. Dieses Fest hat absoluten Vorrang! Und jeder Eingeladene muss selbst entscheiden, wie wichtig ihm das ist. Denn Wohnungen, Beziehungen und Jobs, die werden uns immer beschäftigen. Und damit auch von Gott fernhalten. Das Leben mit Gott kann aber nicht das Sahnehäubchen obendrauf sein, ein nettes Extra, falls gerade nichts Besseres anliegt. Es soll die Basis für alles sein, was wir tun. Gott wünscht sich, dass wir seine Einladung ohne ein „vielleicht" annehmen. Sondern mit einem „unbedingt"!

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