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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW


Wenn es ein bisschen ruhiger wird, kommen die Befürchtungen. Vielleicht kennen Sie das. Nach dem Getümmel der Vorweihnachtszeit und der Feiertage kann man ihnen jetzt nicht mehr entgehen. In den vergangenen ruhigen Tagen „zwischen den Jahren“ zum Beispiel, da machen sich leicht die Sorgen breit, denen man vorher gut ausweichen konn-te.
Das neue Jahr, was wird es bringen?
Als seine Jünger sich so ähnliche Sorgen gemacht haben, da hat Jesus ihnen gesagt: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh 14, 1) Er hat ih-nen das kurz vor seiner Verhaftung gesagt, als sie sich Sorgen gemacht haben, was nun werden wird. Die evangelische Kirche empfiehlt diesen Rat Jesu als Leitwort für das neue Jahr.
Nicht erschrecken! Das sagt sich so einfach, denken Sie jetzt vielleicht. Das wäre gut, wenn man ruhig bleiben könnte, die Gedanken und die Hände nicht zu zittern anfangen. Dann würde vieles besser gehen.
Aber wie schafft man das, nicht zu erschrecken? Es gibt so vieles, was einem Sorgen ma-chen kann. Wir sind noch nicht über den Berg, haben die Politiker und die Wirtschaftsex-perten gesagt. Wie also wird es weiter gehen? Und die Familie, die mir über Weihnachten so nahe gekommen ist wie sonst kaum im Jahr: Werden sie alle schaffen, was sie sich vorgenommen haben? Was wird aus den Krisen, die ich gespürt habe? Werde ich dann die richtigen Worte finden, wenn sie meinen Rat brauchen? Und was wird aus meiner ei-genen Krise? Werde ich es endlich schaffen, das in Ordnung zu bringen, was mir so auf der Seele liegt?
Glaubt an Gott! Erinnert Jesus seine Nachfolger. Verlasst euch auf ihn. Gott lässt euch nicht im Stich. Er erspart einem die dunklen Gedanken nicht und auch nicht die dunklen Stunden. Aber er hilft auszuhalten und ruhig zu bleiben und nicht zu verzagen. Dann kann man sich leichter orientieren. Das ist ja das Schlimmste, wenn man erschrocken ist und in Panik gerät: dass man sich nicht mehr orientieren kann. Deshalb rät Jesus: Nicht erschrecken. Verlasst euch auf Gott. Und orientiert euch an mir.
Es könnte zum Beispiel helfen, immer wieder mal einen Schritt zurück zu treten. Mit ein bisschen Abstand sieht man besser, um was es wirklich geht und was nun notwendig ist. Zurücktreten. Ein paar Minuten Stille. Zeit genug vielleicht zum Beten. Jesus hat das so gemacht. Es könnte zum Beispiel auch helfen, mit jemandem zu reden, der einem sagen kann: Nicht erschrecken! Ich bin bei dir, wir werden das schon schaffen. Ich glaube, wer das versucht, der wird gut durchkommen. Auch im neuen Jahr.
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