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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Wie kommt der Hunger in die Welt? Leicht ist die Frage nicht, aber sie geht uns alle an, genau so wie uns die Nachrichten angehen, die jetzt gleich kommen.
Wie kommt der Hunger in die Welt? So heißt ein Buch. Darin kein gelehrter Vortrag, sondern ein Gespräch. Karim, der Sohn des Schriftstellers, stellt Fragen an seinen Vater. Dieser ist ein ausgewiesener Kenner der Szene, er gibt Antwort. Sie gehen Schritt für Schritt, eigentlich Frage um Frage durch das Thema und am Ende kommt heraus:
Der Hunger in der Welt müsste nicht sein. Die Erde könnte alle Menschen ernähren.

Ich kann es kaum glauben. Der Hunger ist gemacht. Jeden Tag sterben 100 000 Menschen, weil Menschen am Hunger verdienen. Das nehmen die in Kauf, um an noch mehr Macht und Geld zu kommen.

Aber neben diesem Skandal hat mir das Buch auch eine ermutigende Einsicht gebracht:
Die Erde kann genug Nahrung für alle hervorbringen. Für alle könnte es reichen, wenn nur einige genug bekommen könnten. Also nichts da mit Gott ist ungerecht, er lässt es zu, dass Menschen hungern und verhungern. Gott hat es gut gemacht. An ihm liegt es nicht. Ich lese und staune: die Erde könnte sogar doppelt so viele Menschen versorgen, wie derzeit auf der Welt leben.

Jetzt wünsche ich mir ein Anschlussbuch mit der Frage: Wie kommt der Hunger aus der Welt? Was muss geschehen und was können wir tun, um das Problem zu lösen?
Aber immerhin, soviel habe ich schon begriffen:
Das erste, was geschehen muss: wir müssen aufhören zu denken, da ist nichts zu machen. Das ist halt so.
Und das zweite: wir müssen uns betreffen lassen. Es muss uns aufregen, dass so viele Kinder irgendwo in der Welt sterben, während Sie mir aus Ihrem Radio zuhören. Eine Schulklasse mit 25 Schülern stirbt in diesen 3 Minuten am Hunger.
Wenn uns wirklich allen etwas daran liegt, können wir das Problem anpacken.
Lösen können wir es nicht. Vielleicht und hoffentlich unsere Kinder und Enkelkinder.
Aber anfangen können wir. Und überlegen, ob es wirklich jeden Tag Fleisch sein muss. Ein Kilo davon zu produzieren verbraucht 7 Kilogramm Soja oder Mais. Davon kann eine Familie in Peru eine halbe Woche leben.

Und kaufen wir unser Gemüse und Obst nicht am besten aus dem Kraichgau? Das spart viel Benzin für Lastwagen oder Flugzeug. Es schont die Umwelt und kommt unseren Bauern zu gute.

Fangt mit dem Sandkorn an, wenn ihr den Berg haben wollt. Fangt mit dem Tropfen auf den heißen Stein an, sonst wird kein Meer der Gerechtigkeit daraus.
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