SWR3 Gedanken

01OKT2026
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„Ich glaube, man kann das Leben nur übers Sterben begreifen.“ – Das hat der Schauspieler Lars Eidinger mal gesagt. Und auch wenn‘s hart klingt und ist, er hat damit absolut Recht. Das Leben ist endlich – und lebend kommt niemand von uns hier raus… Vor allem betont Lars Eidinger: „Und man muss einfach verstehen, dass der Tod nicht am Ende des Lebens auf einen wartet, sondern in jedem Moment.“.

Das scheint vielleicht im ersten Moment wie eine „Schreckensnachricht“, ist aber doch letztlich genau das, was unser Leben ausmacht. Ein langes, und vor allem gesundes Leben, das ist keine Selbstverständlichkeit. Nicht nur kann es „in jedem Moment“ vorbei sein – schon lange vor dem letzten Atemzug gibt es sie immer mal wieder – die kleinen „Tode“ mitten im Leben. Schmerzliche Abschiede, von Menschen, die uns wichtig sind, von Möglichkeiten, die vielleicht mit zunehmendem Alter dann eben doch nicht mehr gehen… --

In der Bibel finden sich ähnliche Gedanken. Da heißt es in einem alten Gebet: „Zeig mir, dass mein Leben begrenzt ist und ich gehen muss, wenn du mich rufst.“ (Psalm 39,5)

Zeig mir… heißt es da. Gott, zeig mir, und erinnere mich immer wieder neu daran, dass meine Zeit, mein Leben endlich ist. Ein brutaler Pragmatismus. Aber einer, der doch so viel Sinn macht. Und der nicht in eine lähmende Starre und Angst führen soll – im Gegenteil. Das Leben übers Sterben zu begreifen – das nimmt uns letztlich nicht alle Angst und Trauer. Aber es gibt uns etwas dazu. Etwas, das so unfassbar wichtig ist, und mit dem wir all dem begegnen können: Das Wissen darum, wie kostbar jeder Moment dieses Lebens ist. Dass es diese einzelnen Momente sind, die wirklich zählen. Nicht allein das große Ziel, die große Leistung. Sondern das Hier und Jetzt. Gott, zeig es mir! Immer wieder neu…

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