SWR3 Gedanken

29SEP2026
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Mit dem Leid ist es so eine Sache. Nicht selten ist das Leid, das ein Mensch tragen muss, ungerecht, unverdient und schwer auszuhalten. Manchmal aber hängen wir auch zu sehr an unserem Leid und verbauen uns damit Chancen, meint der Sänger und Dichter Max Prosa. Wenn Menschen ihr Leid als Entschuldigung nehmen, „um in einem unbestimmten Zwischenstand zu verharren“. Dann kann es passieren, dass sie ihre Leiden ungern loslassen wollen, meint Max Prosa: „Es ist ihnen kostbar, denn es schützt sie davor, sich entwickeln zu müssen.“ Und er hat damit gar nicht so Unrecht, wenn er so beschreibt, dass es Menschen gibt, die ihr Leid oder das, was sie beschwert, hüten, fast wie einen Schatz. Damit sie darüber klagen können, und Aufmerksamkeit und Unterstützung bekommen – und auch, damit sie einen Grund haben, bestimmte Dinge nicht tun zu können und müssen.

Das klingt hart. Denn natürlich gibt es Dinge, die uns wirklich hindern. Leid verschwindet nicht einfach, nur weil wir uns entscheiden, es loszulassen. Aber es ist ein wichtiger Hinweis – noch mal zu schauen, ob das, was uns hindert, wirklich von außen kommt, oder ob wir es nicht eigentlich selbst sind. –

Die Bibel bietet einen ersten möglichen Schritt an. Sie rät: „All eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch.“ (1. Petrus 5,7) Alle meine Sorgen vor Gott bringen – ihm alles anvertrauen. In dem Vertrauen, dass er für mich sorgt und immer wieder sorgen wird. Und damit loszulassen – zumindest ein Stück weit, was mich hindert. Klar, damit sind nicht alle Probleme gelöst. Manches Mal braucht es auch die Unterstützung von anderen. Und manchmal braucht es Zeit. Oder professionelle Hilfe. Aber vielleicht geht es dann schon mal in die richtige Richtung. Denn Zwischenstände gehören zum Leben dazu – und aus Zwischenständen kann immer wieder etwas Neues werden…

https://www.kirche-im-swr.de/?m=45264
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