SWR3 Gedanken
Unser Urlaub in Schweden dieses Jahr hat mir sehr gefallen. Entspannte, freundliche Menschen. Leckeres Essen, angenehme Temperaturen und eine wunderbare Ostseeküste. Die schwedische Sprache klingt mir noch in den Ohren – so ein schöner, melodischer Tonfall und Sprachrhythmus… Ich mag das sehr. Ich habe leider noch nicht viel Schwedisch gelernt, aber ein paar Worte sind dann doch hängen geblieben.
Zum Beispiel „Soffhäng“. Was das bedeutet? Eigentlich ganz einfach: Auf der Couch, auf dem Sofa abhängen. Bei uns im Deutschen gibt es das so als einzelnes Wort nicht. Sollte es aber eigentlich – denn was gibt es manchmal Besseres, als eben genau das: Auf dem Sofa abhängen. Sich ausruhen. Einmal so richtig durch- und aufatmen. Soffhäng eben. Was für ein wunderbarer Begriff. Da hört man direkt, dass jetzt eine gemütliche Zeit auf dem Sofa angesagt ist. Die Bibel erzählt schon ganz am Anfang davon, dass Gott eine Pause gebraucht hat. Soffhäng quasi nach sechs harten Tagen Arbeit, nachdem er die Erde und alles auf ihr geschaffen hat.
Am siebten Tag ruhte Gott und atmete auf. Heißt es da. (Ex 31,17) Oder auch Jesus, der seinen Jüngern immer wieder mal sagt: Ruht Euch aus! (Mk 6,31) Und selbst macht er mitten im tobenden Sturm erst einmal ein Mittagsschläfchen. (Mk 4,38) –
Sich ausruhen, ob auf dem Sofa oder anderswo, durchatmen und Krafttanken, das hat also nichts mit Faulheit zu tun. Es ist super wichtig, auf sich selbst zu achten, die eigenen Kräfte gut einzuteilen und so zu bewahren. Und gut für Körper und Seele. Also ab aufs Sofa, Seele baumeln lassen und Kräfte sammeln - ein erholsames Soffhäng, nicht nur heute!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45262