SWR Kultur Wort zum Tag

29SEP2026
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Was ist richtig, was ist falsch? Was entspricht christlichen Werten, was nicht?
Wer gehört dazu, wer nicht? Solche Fragen werden in unserer Gesellschaft gerade heftig diskutiert. Vor allem in den zurückliegenden Wahlkampfwochen habe ich das besonders hart erlebt: Menschen werden in der Öffentlichkeit eingeschüchtert. Menschen, die anders sind, werden abgewertet. Und alles wird schlecht geredet, statt zusammen zu stehen und es besser zu machen.

Was ist richtig, was ist falsch? Was ist christlich, was nicht? Wer gehört dazu, wer nicht? Darüber ist vor 2000 Jahren auch in Korinth heftig gestritten worden. Der Apostel Paulus erinnert die kleine christliche Gemeinschaft daran, dass es nicht darum geht, mit Dogmen und Verboten alle auf eine Linie zu bringen und in ein Schema zu pressen. Genau das tun nämlich einige Mitglieder aus der Gemeinde damals und es kommt ständig zu Streit und zu Konflikten. Aber diese Streitigkeiten sind zermürbend und halten die Leute davon ab, füreinander da zu sein und miteinander Gottesdienst zu feiern. Paulus macht sich Sorgen.

Deshalb stellt er klar: Es geht doch darum, jede Person mit ihrer besonderen Lebensgeschichte und ihren Fähigkeiten anzuerkennen. Dann können die Leute in der Gemeinde friedlich zusammenleben und gemeinsam etwas aufbauen, das für alle gut ist. Paulus ist überzeugt: Es macht eine Gemeinschaft attraktiv, wenn sie gastfreundlich ist und Menschen willkommen heißt. Wenn Leute miteinander essen und trinken, wenn sie Feste feiern und Menschen in ihren Unterschieden respektieren. Schließlich fasst er es so zusammen: „Alles, was ihr tut, lasst in Liebe geschehen!“ (1. Kor 16,4). Betrachtet andere mit Wohlwollen und achtet sie so, wie sie sind. Das ist die Grund-DNA des Christentums. Denn wenn Menschen sich akzeptiert fühlen, dann denken sie auch gerne mit, gestalten mit, packen mit an und suchen nach machbaren Lösungen. Genau das ist in unserer zerstrittenen Gesellschaft gerade dringend nötig. Und tatsächlich erlebe ich in meinem Umfeld viele Menschen, die diese aggressive und bedrohliche Grundstimmung ablehnen und sich lieber positiv für das Gemeinwohl einsetzen. Und da kommen christliche Grundwerte ins Spiel:
Mit Respekt und Menschlichkeit können wir gemeinsam Krisen überstehen und Herausforderungen angehen. Alleine schaffen wir das nicht.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=45260
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