SWR3 Worte

02OKT2026
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Nona ist ein Pseudonym. Unter diesem Pseudonym schreibt eine iranische Künstlerin Briefe. Sie berichtet darin aus ihrem Leben mit dem Irankrieg. Sie war geflüchtet, nun aber ist sie zurückgekehrt.

Ich kam am Morgen in Tehran an. Meine Katze Mi ließ mich lange an ihr riechen. Ich hatte das Gefühl, mein Körper und mein Wesen gingen langsam über in diese Stadt, dieses Viertel, den Krieg, […].Meine Mitbewohnerin und ich aßen zum Frühstück Simit mit Honig ,tranken Kaffee und Tee und redeten. Mein Großvater war wie immer der Erste, der mich nach meiner Ankunft anrief.Wir sprachen darüber, dass seine Enkelin im Koma liegt. […]

Wie ein verängstigter Mensch erzählte er mir von den Einzelheiten seiner Gefühle in dieser Zeit. Von dem Schock, den er erlebt hatte.
Er sagte: „Sie haben mir gesagt, ich soll ein Opfer bringen. Und ich habe gesagt: Was soll ich denn noch opfern, das größer wäre als ein Mensch?“
Hier sind meine Gefühle so etwas wie die vorderste Front des Krieges. Der Krieg ist nicht mehr wie eine Bombe. Er ist wie ein Virus, das in die Zellen von allem eingedrungen ist.
Nichts ist mehr wie vorher. Niemand ist mehr wie vorher.

Nona, Meine Mitbewohner, meine Katze, unser Krieg, Brief aus dem Irankrieg vom 19.8.2026, online abrufbar unter: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kolumnen/brief-aus-dem-irankrieg-rueckkehr-nach-teheran-201136115.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=45257
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