Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

29SEP2026
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Michael, Raphael, Gabriel – drei Engel, die einen Namen haben. Heute ist ihr Gedenktag. Und diese drei werden in der katholischen Kirche als Erzengel bezeichnet.

Ganz ehrlich, mit dem Wort kann ich wenig anfangen. Das klingt in meinen Ohren verstaubt und altbacken. Erzengel bedeutet so viel wie „Oberengel“. Sorry, aber das ist nicht mein Fall. Soll es etwa auch noch bei den Engeln eine Hierarchie geben?

Ob mit oder ohne Namen, unter Engeln verstehe ich Boten zwischen Gott und den Menschen. Und diese drei, Michael, Raphael und Gabriel, sie stehen für ganz unterschiedliche Aspekte Gottes. Das wiederum finde ich schön und damit kann ich auch was anfangen.

Da ist Gabriel. Bekannt aus der Weihnachtserzählung. Er bringt Maria die Botschaft, dass sie ein ganz besonderes Kind zur Welt bringen wird.

Oder Raphael, der in der Bibel den Israeliten Tobit begleitet. Ganz unscheinbar, aber äußerst hilfreich.

Und schließlich Michael. Im letzten Buch der Bibel wird er als Kämpfer gegen das Böse vorgestellt.

Die Erzählungen zeigen mir, wie in dieser Welt schon ein Stück Himmel erfahrbar werden kann. Engel bringen mir Gott nahe, machen mir deutlich, wie sich Gott mitten in unserem Alltag zeigt. Manchmal überraschend, manchmal ganz versteckt oder auch ganz offensichtlich. Und das Beste: Durch Menschen wie du und ich. So kommt es, dass auch ich hin und wieder zu jemandem sage: „Du bist ein Engel“. Das kann die Nachbarin sein oder der Freund.

Es sind Momente, in denen ich spüre: Da ist jemand für mich da. Da kommt Hilfe zur rechten Zeit. Da hat jemand ein gutes Wort für mich eingelegt oder eine Hand ausgestreckt nach einer Auseinandersetzung. Und das finde ich weder verstaubt noch altbacken, sondern richtig gut!

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