Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

30SEP2026
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Sie ist eine der ganz frühen Frauen an der absoluten Machtspitze: die Königin von Saba.
Gelebt hat sie vermutlich vor rund 3000 Jahren. Wo genau ihr Land, Saba, liegt, lässt sich nicht sicher sagen. Manche vermuten, dass es sich im heutigen Jemen befunden hat. Andere glauben, dass die Königin aus Äthiopien stammte.
Und auch sonst gibt es nicht viel, was man über sie weiß, nicht einmal ihren Namen. Doch das Wenige, das in der Bibel über sie steht, inspiriert mich.
Ihre Geschichte ist schnell erzählt:

Die Königin von Saba hat gehört, dass ihr Amtskollege in Jerusalem, König Salomo, sehr reich und sehr weise sein soll. Alle schwärmen von ihm. Das muss die Königin mit eigenen Augen sehen. Sie beschließt nach Jerusalem zu reisen und Salomo mit schwierigen Fragen zu löchern, um herauszubekommen, ob er wirklich so toll ist.
Die Reise ist lang und anstrengend, aber dennoch macht sich die Königin mit einem großen Gefolge und mit jeder Menge Gold und Edelsteinen auf den Weg.

Als sie in Jerusalem ankommt, reden die beiden lange miteinander und die Königin stellt Salomo all ihre Fragen. Was genau sie von ihm wissen will, ist leider nicht überliefert. Doch die beiden sprechen auf Augenhöhe miteinander. Das ist in der damaligen Zeit alles andere als selbstverständlich. Und am Ende kann die Königin es kaum glauben: Salomo ist noch klüger, als die Leute behauptet haben. Sie ist so überwältigt von seiner Intelligenz, aber auch davon, wie es in seinem Königreich zugeht. Sie kann nicht anders, als Salomo mit Anerkennung und ihrem ganzen Reichtum zu überschütten. Und sie lobt Gott, weil er Salomo als König eingesetzt hat und er dafür sorgt, dass die Menschen in seinem Reich in Frieden und Gerechtigkeit leben.

Wie es nach der Rückkehr der Königin in ihrer Heimat weitergeht, erzählt die Bibel leider nicht. Doch von der starken Frau, mag ich mir gerne das ein oder andere abschauen.

Die Königin ist gesellschaftlich angesehen, mächtig und reich. Eine Frau, die voll im Leben steht und weiß, was sie kann. Und doch bleibt sie neugierig und sie ist bereit, dazuzulernen. Sie kann neidlos anerkennen, was andere wissen, können oder haben.

Ich merke mir: Es lohnt sich, kritisch, offen und anerkennend den Kontakt mit anderen zu suchen, die in ähnlichen Settings und Aufgaben stehen wie man selbst. Und so vernetzt, entfalten sich ganz neue Möglichkeiten.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=45240
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