SWR3 Gedanken
„Haben Sie Schmerzen?“. „Ich kontrolliere jetzt ihre Temperatur“, „Wir besprechen noch ihren Befund.“ Freundlich, professionell und zugewandt. So habe ich sie erlebt - Ärztinnen und Pfleger auf der Station, auf der mein Vater seit einigen Tagen behandelt wird. Sie kommen aus Koblenz, Neuwied oder Montabaur im Westerwald. Aber auch aus Aleppo in Syrien, Kabul in Afghanistan und Asmara in Eritrea.
Und ich mag mir wirklich nicht vorstellen, was wäre, wenn sie nicht da wären. Die zahlreichen Menschen mit Migrationshintergrund, die in dieser Klinik Infusionen anlegen und Bettpfannen ausleeren. Gemeinsam mit ihren in Deutschland geborenen Kolleginnen und Kollegen. Viele von ihnen haben in den vergangenen Jahren unsere deutsche Sprache gepaukt. Haben den Kampf mit der deutschen Grammatik aufgenommen. Um heute den Patienten beizustehen in ihrem Kampf gegen Krebs oder die Folgen eines Schlaganfalls.
Wenn gegen geflüchtete Menschen gehetzt wird - dann denke ich an Pfleger Meklit, Schwester Leila oder Doktor Ahmad. Und bin ihnen einfach nur dankbar. Dass sie meinen Vater versorgt haben. Und dass Irina aus der Ukraine täglich das Zimmer sauber gemacht hat. Dass sie alle jeden Tag am Krankenbett nicht nur ihren Job machen, sondern Nächstenliebe leben. Und ich kann nur jedem, der ins Krankenhaus muss, wünschen, dass sich dann so ein wunderbarer Mensch um ihn oder sie kümmert.
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