Begegnungen

13SEP2026
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Max von der Groeben Copyright: Christian Hartmann

Seinen Durchbruch feierte der Schauspieler in der Komödie “Fack ju Göthe” als rebellischer Schüler Danger. Seit Anfang September läuft sein neuer Film “Das gewisse Etwas” in den Kinos. Den hat Max von der Groeben gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung gedreht - eine ganz besondere Erfahrung:

“Der Dreh zu “Das gewisse Etwas” war definitiv einer der emotionalsten, die ich je hatte. Unser Regisseur Marc Rothemund war sehr offen was Ideen und auch Improvisationen angeht. Und wir sind dann auch eingegangen auf die Ideen, aber auch Bedürfnisse von den Kolleginnen und Kollegen mit Beeinträchtigung und dann sind da ganz tolle Sachen entstanden!

Max spielt einen Kleinganoven, der sich nach einem Banküberfall in eine Reisegruppe von Menschen mit Behinderung reinmogelt, um dem Knast zu entgehen-diese Gemeinschaft verändert und prägt ihn und er versteht, dass jeder Mensch eine Seele hat und Gefühle, die verletzt werden können.

Der Film zeigt, dass es gemeinschaftlich nicht nur schöner ist, sondern einfacher für alle Beteiligten. Reicht euch die Hand, helft Leuten die Hilfe brauchen,  lasst euch aber auch mal helfen , das ist auch nicht immer ganz leicht. Ich finde dieses Gemeinschaftsgefühl ist extrem stark in dem Film- ich glaub das ist gerade in der heutigen Zeit und auch generell auf Deutschland, Europa , die ganze Welt zu übertragen: ein bisschen mehr Miteinander wäre hier und da nicht schlecht.

Die Botschaft ist umso wichtiger, weil Menschen mit Behinderung immer noch diskriminiert werden.

Der Film versucht nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf einer spielerischen, humorvollen Art dem Thema zu begegnen - das ist glaub ich oft ein guter Ansatz, der erreicht häufig  mehr Menschen, aber mit kleinen Botschaften versuchen wir eben so aufmerksam zu machen auf die Probleme, auf die Rückstände die es in der Gesellschaft immer noch gibt für viele Menschen mit Beeinträchtigung.

 Max von der Groeben positioniert sich da ganz klar:

Das geht natürlich gar nicht und ich hoffe, dass wir vielleicht mit unserem Film auch noch mal eine breite Öffentlichkeit ansprechen können und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Menschen mit Beeinträchtigung Teil unserer Gesellschaft sind. Und ja, die sind teilweise auch auf Hilfe angewiesen -manche mehr, manche weniger. Und das man niemanden hintenüberfallen lassen darf, nur weil er vielleicht nicht ganz so oft gesehen wird und das versuchen wir mit diesem Film eben zu ändern. Und mehr Sichtbarkeit einfach schaffen.

Ich treffe Max von der Groeben in seiner Geburts- und Heimatstadt Köln. Hier hat er beim Judotraining als Jugendlicher zum ersten Mal Kontakt mit einem Menschen mit Behinderung gehabt.  Sein Vater Alexander von der Groeben war Judo-Europameister. Seine Mutter Ulrike von der Groeben Moderatorin. Ich erlebe ihn bei unserer Begegnung als Kumpeltyp, locker und witzig...

Ja, da hilft glaub ich grundsätzlich meine positive, offene , meine kölsche Art, die hilft glaub ich generell oft im Leben, Menschen zu begegnen und erst mal das gute in jedem zu sehen.

Besonders berührt hat mich die Schlusssequenz des Films: Da werden alle Schauspieler mit und ohne Behinderung in Großaufnahmen gezeigt - als Geschöpfe mit Würde. Die Botschaft: Jedes Leben ist unendlich wertvoll. Welche Rolle Glaube für Max von der Groeben spielt und warum er sich auch gegen Rassismus positioniert, hören Sie nach der Musik.

Ich treffe den Schauspieler Max von Groeben. Er hat die renommierte Otto-Falckenberg-Schule in München besucht und wurde berühmt mit der Trilogie “Fack ju Goethe.” Aktuell spielt er die Hauptrolle in dem Film “Das gewisse Etwas”. Die Komödie läuft gerade in den Kinos und ist eine Produktion gemeinsam mit Menschen mit Behinderung. Was bedeuten dem 34-Jährigen christliche Werte?

In Europa oder in der westlichen Welt hat die Kirche viele unserer Werte geprägt, z.B. die Zehn Gebote, die Nächstenliebe und ich glaube das sähe heute hier alles wahrscheinlich anders aus, wenn wir nicht diese Prägungen in der Moralität und im Umgang miteinander mit der Kirche gehabt hätten und das sind auch meine Werte, die ich vertrete.

Und an was glaubt Max von der Groeben?

Daran, dass es etwas über allem gibt, das uns auch irgendwie erschaffen hat und uns irgendwie zusammenhält. 

Kann er etwas mit dem biblischen Satz anfangen: “Gott ist die Liebe?”

Ja, vielleicht ist es die Liebe, die verbindet ja auch alles...  und Liebe heißt ja nicht immer eine romantische Liebe.

Sondern, so meint Max von der Groeben, auch die Liebe zu den Mitmenschen. In der Serie “Hundertdreizehn” spielt er voller Hingabe etwa den Feuerwehrmann Jesper, der, unter Lebensgefahr, zwei Kinder aus einem brennenden Bus rettet. Und der sich mit seinem Vater nach Jahren des Streits wieder versöhnt:  

Jeder Mensch macht Fehler und sich die einzugestehen ist nicht leicht, aber es gibt manche Dinge, die kann man nicht ewig vor sich hinschieben. Ich glaub es gibt keinen Mensch der Welt der sagt: Dass ich mich da jetzt mit dem versöhnt habe oder ausgesprochen hab, das war echt nicht gut -  also es ist doch immer besser! Und man kann es nur selber machen und man muss es einfach machen und und da gehört Mut dazu.

Mut hat Max von der Groeben auch, wenn es darum geht sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu positionieren. Gleich zwei seiner Filme - “Die Mittagfrau”  und “Die Nichte des Polizisten” -  wollen die Zuschauer aufrütteln, die Demokratie zu verteidigen:  

Niemand, kein Mensch der Welt,wird rassistisch oder mit Vorurteilen geboren, die kommen immer von außen - und deshalb sind Begegnungen ein großer Weg zum Erfolg genauso wie Bildung. Ich glaube Bildung, Bildung, Bildung und Aufklärung ist so entscheidend. Ich glaube jeder Mensch ist erst mal mit einem guten Herzen geboren und mit einem Offenen und es liegt an uns das auch weiter offen zu halten und zu füttern.”

Seinen Durchbruch feierte der Schauspieler in der Komödie “Fack ju Göthe” als rebellischer Schüler Danger. Seit Anfang September läuft sein neuer Film “Das gewisse Etwas” in den Kinos. Den hat Max von der Groeben gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung gedreht - eine ganz besondere Erfahrung:

“Der Dreh zu “Das gewisse Etwas” war definitiv einer der emotionalsten, die ich je hatte. Unser Regisseur Marc Rothemund war sehr offen was Ideen und auch Improvisationen angeht. Und wir sind dann auch eingegangen auf die Ideen, aber auch Bedürfnisse von den Kolleginnen und Kollegen mit Beeinträchtigung und dann sind da ganz tolle Sachen entstanden!

Max spielt einen Kleinganoven, der sich nach einem Banküberfall in eine Reisegruppe von Menschen mit Behinderung reinmogelt, um dem Knast zu entgehen-diese Gemeinschaft verändert und prägt ihn und er versteht, dass jeder Mensch eine Seele hat und Gefühle, die verletzt werden können.

Der Film zeigt, dass es gemeinschaftlich nicht nur schöner ist, sondern einfacher für alle Beteiligten. Reicht euch die Hand, helft Leuten die Hilfe brauchen,  lasst euch aber auch mal helfen , das ist auch nicht immer ganz leicht. Ich finde dieses Gemeinschaftsgefühl ist extrem stark in dem Film- ich glaub das ist gerade in der heutigen Zeit und auch generell auf Deutschland, Europa , die ganze Welt zu übertragen: ein bisschen mehr Miteinander wäre hier und da nicht schlecht.

Die Botschaft ist umso wichtiger, weil Menschen mit Behinderung immer noch diskriminiert werden.

Der Film versucht nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf einer spielerischen, humorvollen Art dem Thema zu begegnen - das ist glaub ich oft ein guter Ansatz, der erreicht häufig  mehr Menschen, aber mit kleinen Botschaften versuchen wir eben so aufmerksam zu machen auf die Probleme, auf die Rückstände die es in der Gesellschaft immer noch gibt für viele Menschen mit Beeinträchtigung.

 Max von der Groeben positioniert sich da ganz klar:

Das geht natürlich gar nicht und ich hoffe, dass wir vielleicht mit unserem Film auch noch mal eine breite Öffentlichkeit ansprechen können und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Menschen mit Beeinträchtigung Teil unserer Gesellschaft sind. Und ja, die sind teilweise auch auf Hilfe angewiesen -manche mehr, manche weniger. Und das man niemanden hintenüberfallen lassen darf, nur weil er vielleicht nicht ganz so oft gesehen wird und das versuchen wir mit diesem Film eben zu ändern. Und mehr Sichtbarkeit einfach schaffen.

Ich treffe Max von der Groeben in seiner Geburts- und Heimatstadt Köln. Hier hat er beim Judotraining als Jugendlicher zum ersten Mal Kontakt mit einem Menschen mit Behinderung gehabt.  Sein Vater Alexander von der Groeben war Judo-Europameister. Seine Mutter Ulrike von der Groeben Moderatorin. Ich erlebe ihn bei unserer Begegnung als Kumpeltyp, locker und witzig...

Ja, da hilft glaub ich grundsätzlich meine positive, offene , meine kölsche Art, die hilft glaub ich generell oft im Leben, Menschen zu begegnen und erst mal das gute in jedem zu sehen.

Besonders berührt hat mich die Schlusssequenz des Films: Da werden alle Schauspieler mit und ohne Behinderung in Großaufnahmen gezeigt - als Geschöpfe mit Würde. Die Botschaft: Jedes Leben ist unendlich wertvoll. Welche Rolle Glaube für Max von der Groeben spielt und warum er sich auch gegen Rassismus positioniert, hören Sie nach der Musik.

2.Teil:

Mit Christopher Hoffmann. Ich treffe den Schauspieler Max von Groeben. Er hat die renommierte Otto-Falckenberg-Schule in München besucht und wurde berühmt mit der Trilogie “Fack ju Goethe.” Aktuell spielt er die Hauptrolle in dem Film “Das gewisse Etwas”. Die Komödie läuft gerade in den Kinos und ist eine Produktion gemeinsam mit Menschen mit Behinderung. Was bedeuten dem 34-Jährigen christliche Werte?

In Europa oder in der westlichen Welt hat die Kirche viele unserer Werte geprägt, z.B. die Zehn Gebote, die Nächstenliebe und ich glaube das sähe heute hier alles wahrscheinlich anders aus, wenn wir nicht diese Prägungen in der Moralität und im Umgang miteinander mit der Kirche gehabt hätten und das sind auch meine Werte, die ich vertrete.

Und an was glaubt Max von der Groeben?

Daran, dass es etwas über allem gibt, das uns auch irgendwie erschaffen hat und uns irgendwie zusammenhält. 

Kann er etwas mit dem biblischen Satz anfangen: “Gott ist die Liebe?”

Ja, vielleicht ist es die Liebe, die verbindet ja auch alles...  und Liebe heißt ja nicht immer eine romantische Liebe.

Sondern, so meint Max von der Groeben, auch die Liebe zu den Mitmenschen. In der Serie “Hundertdreizehn” spielt er voller Hingabe etwa den Feuerwehrmann Jesper, der, unter Lebensgefahr, zwei Kinder aus einem brennenden Bus rettet. Und der sich mit seinem Vater nach Jahren des Streits wieder versöhnt:  

Jeder Mensch macht Fehler und sich die einzugestehen ist nicht leicht, aber es gibt manche Dinge, die kann man nicht ewig vor sich hinschieben. Ich glaub es gibt keinen Mensch der Welt der sagt: Dass ich mich da jetzt mit dem versöhnt habe oder ausgesprochen hab, das war echt nicht gut -  also es ist doch immer besser! Und man kann es nur selber machen und man muss es einfach machen und und da gehört Mut dazu.

Mut hat Max von der Groeben auch, wenn es darum geht sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu positionieren. Gleich zwei seiner Filme - “Die Mittagfrau”  und “Die Nichte des Polizisten” -  wollen die Zuschauer aufrütteln, die Demokratie zu verteidigen:  

Niemand, kein Mensch der Welt,wird rassistisch oder mit Vorurteilen geboren, die kommen immer von außen - und deshalb sind Begegnungen ein großer Weg zum Erfolg genauso wie Bildung. Ich glaube Bildung, Bildung, Bildung und Aufklärung ist so entscheidend. Ich glaube jeder Mensch ist erst mal mit einem guten Herzen geboren und mit einem Offenen und es liegt an uns das auch weiter offen zu halten und zu füttern.”

https://www.kirche-im-swr.de/?m=45165
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