Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Der Papst liebt Baseball, die vielleicht amerikanischste aller Ballsportarten. Geoutet hat sich Leo XIV. letztes Jahr als Fan des Teams der Chicago White Sox. Und hat damit auch bewiesen, dass er durchaus leidensfähig ist. Denn das Team stand lange im Tabellenkeller der US-Baseball-League. Das hat sich jetzt geändert. Die Chicago White Sox haben sich in dieser Saison weit nach oben vorgearbeitet. Und manche sind nun fest davon überzeugt, dass das auch am Papst liegt. Denn viele Fans haben innständig gehofft, dass er für den Erfolg seines Lieblingsteams beten wird. Ich stelle mir da allerdings zwei Fragen: Ist es nun irgendwie besser oder wirkungsvoller, wenn der Papst betet, als wenn es ein ganz „normaler“ Fan tun würde? Und: Bringt das überhaupt was, für Erfolge beim Sport zu beten?
Ich glaube ja, dass Gott ein demokratischer Gott ist, für den jede Stimme gleich viel zählt. Die des Papstes nicht mehr als jede andere. Und dann ist Gott auch nicht so eine Art Kaffeeautomat. Wo ich oben das Geld, also das Gebet reinwerfe und unten dann der Café Crema, sprich der Sieg auf dem Platz rauskommt. Trotzdem bin ich sicher: ein Gebet kann immer was bewirken. Ganz gleich, wer es spricht. Einfach dadurch, dass ein Mensch, der betet, Gott in seiner Nähe weiß. Etwa, wenn ich mich sorge um einen geliebten Menschen. Oder eben wenn ich vor eine Prüfung oder einem Wettkampf stehe. Dann zu wissen: Was auch immer geschieht und wie es am Ende ausgeht. Ich bin nicht allein. Da ist jemand bei mir.
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