SWR3 Gedanken

05SEP2026
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Immer wieder kommt das vor: In einem Gespräch bittet mich jemand, für ein Familienmitglied zu beten. Gott um Hilfe zu bitten. Zu meinem Beruf als Pfarrer gehört das dazu. Und natürlich mache ich das dann auch.

Und für die Person, die mich darum bittet, für die bete ich oft gleich mit. Denn dieser Mensch ist vielleicht selbst nicht krank. Aber die Krankheit der Mutter, des Partners oder des Kindes belastet ihn ja mit. Und sicher auch die übrige Familie. Manchmal ist es ein pflegender Angehöriger, der mich bittet, zu beten – aber eben für jemand erkranktes aus der Familie. Denn denen mit den aktuellen Problemen, geht es ja „eigentlich“ viel schlechter. Dagegen sieht die eigene Sorge oder Kraftlosigkeit viel kleiner aus. Und wird dann heruntergespielt.

Aber ich finde, das kann man nicht gegeneinander ausspielen. Wem es nicht gut geht, geht es nicht gut. Auch wenn es jemandem in der Familie vielleicht schlechter geht.

Über die Bitte um Gebet für andere ergeben sich deswegen oft Gespräche. Darüber, wie es den Angehörigen selbst geht. Was sie umtreibt und beschäftigt. Welche Sorgen sie sich machen. Wie ihre Kraft am Ende ist. Deswegen bete ich dann oft nicht nur für die Familienmitglieder, um die ich zu Beginn gebeten wurde. Sondern für die ganze Familie. Denn geht es einem Familienmitglied nicht gut, leidet oft die ganze Familie mit.

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