SWR3 Gedanken

03SEP2026
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Vor einigen Tagen hat Raul Krauthausen auf seinen Socials auf eine immense Ungerechtigkeit hingewiesen. Raul Krauthausen ist kleinwüchsig, hat die Glasknochenkrankheit und nutzt deswegen einen Rollstuhl. Zu seiner Situation sagt er: „Meine Behinderung ist unheilbar. Beweisen muss ich sie trotzdem jedes Jahr aufs Neue.“

Um also weiterhin die notwendige Unterstützung zu bekommen, muss er aufpassen: Er darf keine Fristen verpassen, muss sich durch Formulare kämpfen und ggf. neue Gutachten vorlegen. Stellvertretend für viele Betroffene sagt er deswegen:
„Wer einen Fehler macht, riskiert die Leistung, von der der eigene Alltag abhängt. Dahinter steckt ein Systemprinzip: Misstrauen als Standardeinstellung.“

In einem Kommentar zu seinem Beitrag berichtet jemand, dass bei einem Verschlechterungsantrag der Grad der Behinderung aberkannt werden kann. „Deshalb“, so heißt es im Kommentar weiter, „deshalb haben viele in meiner Bubble gerade einen Grad, der längst nicht der tatsächlichen Schwere ihrer Behinderung entspricht – nur aus der Angst heraus, sonst ohne alles dazustehen.“

Auch Raul Krauthausen unterstreicht das. Denn er schreibt dazu: „Der Staat behandelt jeden Antrag, als wollten wir ihn betrügen – dabei zeigen alle Erfahrungen: Die meisten Menschen beantragen zu wenig, nicht zu viel, weil sie an der Bürokratie scheitern.“

Es ist schon klar: Jeder Missbrauch der Sozialsysteme ist mies. Aber es muss doch Möglichkeiten geben, ohne die Ehrlichen unter Generalverdacht zu stellen! Dafür kann ich jetzt hier keine Lösung präsentieren. Aber vielleicht ist es ein erster Schritt, dass mehr Menschen davon wissen.

Quelle: Post von Raul Krauthausen: https://www.facebook.com/100044290216747/posts/1629435055209486;
Kommentar von „Hilde Wilde“: https://www.facebook.com/raul.krauthausen/posts/pfbid02mNNUY6u37MyAoncEroCq2oPkDvaS8dAfkCcyuoCAg8ikZQ2cBEXnqayFv1nyNtGKl?comment_id=1745547983451811

https://www.kirche-im-swr.de/?m=45077
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