SWR3 Gedanken

01SEP2026
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„Und das soll ein Vorbild sein?“ Das frage ich mich immer wieder bei Typen aus der Bibel. Zum Beispiel Petrus. Er war einer der engsten Freunde von Jesus. Wollte besonders vorbildlich Jesus nachfolgen – und hat ihn am Ende verraten. Tolles Vorbild. Oder Mose, am Anfang der Bibel: Gott hatte ihn zum Anführer des Volks Israel gemacht. Er hat das Volk dann aus der Sklaverei befreit, Streit geschlichtet und unter seinen Leuten auch Recht gesprochen. Dabei ist Mose selbst ein Mörder gewesen. Er hatte jemanden erschlagen, bevor Gott ihn gerufen hat.

Nach Mose gibt es David. Der wohl bedeutendste König Israels. Viele Gebete in der Bibel werden ihm zugeschrieben. Er ist aber auch derjenige, der sich in eine verheiratete Frau verliebt. Und weil er es kann, schickt er deren Mann so an die Kriegsfront, dass der dort stirbt.

Mehr Dreck am Stecken, als einen Menschen umzubringen, das kann ich mir nicht vorstellen. Oder auch Verrat ist mies – wie Petrus ihn begangen hat. Und ausgerechnet solche Typen gelten bis heute als wichtige Vorbilder im Glauben an den Gott der Bibel.

Für mich ergibt das nur aus drei Gründen einen Sinn:
Der Erste ist: Petrus, Mose und David haben erkannt, was sie getan haben. Haben um Vergebung gebeten und ihr Leben geändert. Und das Zweite: Was bei uns Menschen oft nicht möglich ist: Gott scheint vergeben zu können – viel mehr als wir Menschen. Und das Dritte: Es macht mir Mut, zu meinen eigenen Fehlern stehen zu können. Denn wenn Gott aus dem Leben von diesen drei Typen etwas Gutes machen kann. Dann ganz sicher auch aus meinem.

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