SWR3 Gedanken
„Das sind alles nur Phasen.“ Diesen Satz haben vermutlich alle Eltern schon einmal gehört. Meine Frau und ich natürlich auch, als unsere Kids damals gerade geboren waren: Das Kind trinkt nach der Geburt nicht richtig – das ist nur eine Phase. Das Kind schläft schlecht ein – das ist auch nur eine Phase. Das Kind schläft nicht durch – auch das ist nur eine Phase. Und das stimmt natürlich auch.
Trotzdem sind es belastende Zeiten, wenn es nicht so läuft, wie erhofft. Aber die Wahrheit ist doch: Es weiß niemand, was das Leben so bringt. Und jeder Lebensabschnitt hat eben auch seine Schattenseiten
Neulich hat mir in einem Gespräch ein älterer Mann gesagt: „Ich habe das Leben mit allem genommen, was es gebracht hat. Ich mache das bis heute noch so. Und dann versuche ich, das Beste daraus zu machen. Ich möchte mit dem zufrieden sein, was das Leben mir beschert.“
Wow, was für eine positive Haltung, finde ich. Die tut mir auch gut. Wenn zum Beispiel eins der Kinder krank ist und nicht durchschlafen kann – und ich solange auch nicht. Dann nicht darauf zu warten, bis das überstanden ist. Und dann, ja dann passt ja wieder alles. Sondern im hier und jetzt zu bleiben – und das Beste daraus zu machen!
Dadurch werden die Nächte mit kranken Kindern nicht besser. Das ist mir auch klar. Und dann kann ich mich darüber beklagen, dass das Kind krank ist. Oder ich kann dankbar sein, dass mir ein Kind anvertraut ist.
Dadurch bin ich am nächsten Tag nicht fitter. Aber vielleicht schlicht und ergreifend dankbarer. Und genieße die gute Zeit miteinander noch mehr. Weil ich weiß, dass das alles nur Phasen sind. Und dann das Beste daraus mache. Egal, welche Phase danach kommt. Denn mit den Phasen geht es weiter. Die gibt es nicht nur in den ersten Lebenswochen.
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