SWR4 Abendgedanken

28AUG2026
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Ich geh unglaublich gerne ins Kino. Schon immer. Ich mag alles daran.

Den Geruch von Popcorn, der mir in die Nase steigt, wenn ich den Vorraum betrete. Die Vorfreude, wenn das Licht ausgeht und der Vorhang sich öffnet. Und dann anderthalb oder zwei Stunden nur dieser Film. Kein Handy, kein Gequatsche oder sonstige Dinge, die mich ablenken.

Seit einiger Zeit gehört zu meinem Kinoabend noch etwas Schönes dazu: Der gemeinsame Spaziergang nach dem Film mit Roman. Roman ist ein lieber Kollege und inzwischen mein treuer Kino-Kumpel. Mit Roman kann man echt alles anschauen. Vom Animations- bis zum Horrorfilm. Das ist großartig. Und anschließend ist es für uns zum kleinen Ritual geworden, spazierend über den gerade gesehenen Film zu sinnieren.

Vor allem, wenn wir den Film gut fanden, ist das richtig toll! Wir erzählen uns dann, was uns gefallen hat. Das Spannende dabei: Oft sind das ganz verschiedenen Dinge. Oder besser gesagt, wir haben auf unterschiedliche Dinge geachtet. Roman erzählt von dem Anfangsdialog, der am Schluss nochmals zitiert wurde. Was mir zum Beispiel gar nicht aufgefallen ist. Und ich schwärme von der Musik, die an der einen bestimmten Szene nochmals das Thema von einer anderen Szene aufgegriffen hat. Was ihm wiederum entgangen ist.

Ich erlebe bei diesem Spaziergang den Film nochmals neu und kann so einige Szenen durch andere Augen sehen.

Und wenn ich dann anschließend allein das letzte Stück nachhause gehe, denke ich meist: Wie schön es ist, gemeinsam ins Kino zu gehen und:  Wie großartig ist es, einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Einen Menschen zu haben, der mir hilft, die Welt ein wenig anders zu sehen. Denn ich alleine habe nur einen bestimmten, begrenzten Blick auf etwas. Das gilt nicht nur für einem Film, sondern genauso für andere Bereiche meines Lebens. Das ist ganz normal.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass ich Menschen habe, die mit mir ihre Sicht auf die Dinge teilen. Die mir eine Blume am Weg zeigen, die ich sonst übersehen hätte. Die mir rückmelden, wenn ich mich vielleicht mal im Ton vergriffen habe oder auch die mir erzählen, wer Gott für sie ist und, wie sie ihn in ihrem Leben wahrnehmen, weil das meist ganz anders ist als bei mir.

Die Welt wird größer und vielfältiger, wenn ich bereit bin, sie auch mit den Augen anderer zu sehen.

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