SWR4 Abendgedanken

01SEP2026
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Der 1. September ist ein belasteter Tag in der deutschen Geschichte. Am 1. September 1939 haben deutsche Truppen auf Befehl Adolf Hitlers Polen überfallen. Und damit den Zweiten Weltkrieg angefangen. Millionen Menschen haben in den folgenden Jahren ihr Leben verloren. Jedes Jahr am ersten September denke ich daran. Und ich spüre, dass diese Geschichte nicht einfach vergangen ist. Sie gehört zu unserem Land. Sie erinnert mich daran, wohin Hass, Nationalismus und Gewalt führen können.

Daneben stehen für mich die Worte Jesu: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ So steht es in der Bergpredigt im Matthäusevangelium.

Diese Worte berühren mich. Und sie machen mich nachdenklich. Denn viele Menschen, die damals in Deutschland lebten, haben sich auch als Christen verstanden, aber den Krieg trotzdem nicht verurteilt. Manche haben sogar für den Sieg der eigenen Truppen gebetet. Ich möchte nicht vorschnell über die Menschen von damals urteilen. Sie haben in einer anderen Zeit gelebt und waren anderen Zwängen ausgesetzt. Wer weiß, wie ich mich an ihrer Stelle verhalten hätte. Und dennoch erschrecke ich über das Ausmaß der Kriegsbereitschaft. Denn Krieg ist so weit entfernt von dem, was Jesus gelehrt hat. Jesus hat nicht die Gewaltmenschen selig genannt, sondern die Friedensstifter.

Und heute? Von Frieden ist so wenig zu sehen. In der Ukraine wird weiter gekämpft. Im Nahen Osten leiden Menschen unter Gewalt und Angst. Die Spannungen zwischen Staaten nehmen zu. Auch in meiner Umgebung wächst die Sorge, dass es wieder einen Krieg geben könnte. Wie Frieden dauerhaft gesichert werden kann, darüber wird intensiv gestritten.

Ich selbst kenne die Antwort nicht. Ich weiß nicht, welche politischen Entscheidungen richtig sind. Aber eines möchte ich nicht zulassen: dass die Angst mein Handeln bestimmt. Ich möchte auf die Worte Jesu hören. Ich möchte daran festhalten, dass Frieden möglich ist. Und ich will zu Gott beten. Für die Menschen in der Ukraine und in Russland. Für Israel und seine Nachbarn. Für die Verantwortlichen in den USA, im Iran und überall auf der Welt. Ich bete um Weisheit, um Besonnenheit und um den Mut zum Frieden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=45058
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