SWR3 Gedanken
Er war wahrscheinlich ein ganz normaler 18jähriger. Hat mit 14 die Schule beendet und eine Ausbildung als Maurer gemacht. Er war das dritte von vier Kindern, hatte drei Schwestern. Sein Name war Peter und er lebte mit seinen Eltern in Berlin-Weißensee.
Peter ist 1962 erschossen worden. Er wollte von Ost- nach Westberlin. Ein Jahr zuvor wurde die Mauer gebaut, die den Osten vom Westen getrennt hat. In Berlin ging diese Mauer teilweise durch Häuser, trennte Familien, Straßenzüge, Menschen, die sich liebten. Peter Fechter wollte gemeinsam mit einem Arbeitskollegen über diese Mauer klettern und in den Westen fliehen. Seine Schwester wohnte dort und er wollte Freiheit. Die Möglichkeit selbst zu entscheiden, was er tut, lernt, wen er liebt und wie seine Zukunft aussieht. Im Osten war das so nicht möglich. Die SED wollte das nicht. Sie haben ihre Bürgerinnen und Bürger kontrolliert, unterdrückt, bestimmt. Wer sich nicht angepasst hat, der wurde bespitzelt und bestraft.
Als Peter Fechter auf die Mauer geklettert ist, wurde er von mehreren Schüssen getroffen. Drei DDR-Polizisten haben auf ihn gefeuert. Sein Arbeitskollege wurde nicht verletzt, konnte in den Westen fliehen. Peter Fechter fiel auf die Ostseite der Mauer zurück und verblutete dort.
Was in der DDR geschehen ist, das wird heute oft klein geredet. So schlimm war es ja nicht. Es gab ja auch Gutes. Vielleicht stimmt das in manchen Bereichen.
Für Peter Fechter war es so schlimm in der DDR, dass er fliehen wollte. Und dann wurde er von der eigenen Polizei erschossen und erstmal einfach liegen gelassen. Das darf in einem Rechtsstaat nicht passieren.
Peter Fechter wollte nichts Besonderes. Er wollte einfach in Freiheit leben. Dass ihn dieser Wunsch das Leben gekostet hat, dürfen wir nicht vergessen. Nicht, weil wir in der Vergangenheit leben sollen. Sondern weil wir die Freiheit, in der wir heute leben, nie für selbstverständlich halten sollten.
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