Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
„Die Wurzel allen Übels ist die Liebe zum Geld“(1.Timotheus 6, 10) – steht in der Bibel im ersten Timotheus-Brief. Warum fällt mir da sofort – Gianni Infantino, der Präsident des Weltfußballverbandes ein?
Nun ja, weil das vor zwei Wochen ein ziemlich großes Thema in den Sport-Nachrichten gewesen ist. Infantino und der Weltfußballverband hatten Pläne, zukünftige Fußball-Weltmeisterschaften teilweise an private Investoren zu verkaufen. Heißt: Der Rubel sollte rollen – in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß. Denn wer sich privat ein Stück Weltmeisterschaft kauft, will damit natürlich Geld verdienen.
Gegens Geldverdienen ist erst einmal nichts einzuwenden. Auch die Bibel hat übrigens überhaupt nichts dagegen. Aber! Die Frage muss erlaubt sein: Verdiene ich Geld, um zu leben und mir auch etwa leisten zu können – oder lebe ich, um Geld zu verdienen? Nimmt der Weltfußballverband Geld ein, damit eine Weltmeisterschaft stattfinden kann – oder findet die Weltmeisterschaft nur noch zum Geldverdienen statt?
Gianni Infantinos Pläne sind gescheitert. Es wird keine privaten Investoren geben – jedenfalls erst mal nicht. Ich halte das für richtig, obwohl ich gar kein großer Fußball-Fan bin. Weil das Beispiel zeigt: Geldgier ist wirklich gefährlich und kann großen Schaden anrichten. Fußball soll Spaß machen – und Geld macht das möglich. Wehe, das verkehrt sich ins Gegenteil: Wehe, Geld verdienen macht Spaß – und dafür muss der Fußball herhalten… Was bleibt dann noch übrig? Was wird aus den Fans? Die fiebern doch mit einer Mannschaft mit – und nicht mit dem Konto-Stand des Fußballverbandes. Oder die kleinen Fans? Kinder, die davon träumen, auch mal ein berühmter Spieler oder eine Spielerin zu werden? Wird ihr Idol dann immer noch der beste Spieler auf dem Platz sein? Oder doch der mit der höchsten Ablösesumme?
„Die Wurzel allen Übels ist die Liebe zum Geld“ – heißt es im Timotheusbrief der Bibel. Und er begründet das so: „die, die reich werden wollen, geraten in Versuchung und in die Schlingen vieler törichter und schädlicher Begierden, die die Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen.“ (1.Timotheus 6, 9)
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