SWR3 Gedanken

Neben der Kathedrale von Baguio, einer Großstadt auf den Philippinen, betreibt Schwester Corazon einen Bioladen. „Mountain Grown Natural Food“ heißt er. Es gibt dort Tomaten, Auberginen, Pfefferschoten und noch vieles mehr. So weit, so normal. Das Tolle daran ist aber, dass es Sr. Corazon mit ihrem Laden auch gelungen ist, über 100 Kleinbauern aus der Umgebung zu einem Umstieg zu motivieren. Weg von gefährlichen Pestiziden und synthetischen Düngemitteln. Hin zu einem biologischen Anbau, der Natur und Menschen guttut. In vielen Entwicklungsländern sind Böden und Menschen durch hohen Pestizideinsatz nämlich schlimm belastet, und die Bauern abhängig von Agrarkonzernen. Im Laden neben der Kathedrale können sie ihr gesundes Gemüse nun direkt verkaufen. Und das läuft richtig gut. Oft, so berichtet die Ordensfrau, sei mittags schon alles weg. Und das, obwohl Bio auch auf den Philippinen deutlich teurer ist.
Markus Wolter, der für das Hilfswerk Misereor gerade dort lebt und arbeitet, hat mir von Sr. Corazon berichtet. Klar, der Laden ist noch ein kleines Projekt. Aber er zeigt, dass es anders gehen kann. Lebensfreundlicher für alle. Und dass Sr. Corazon ihn betreibt, ist sicher auch kein Zufall. Die Schöpfung zu bewahren. Mit der Natur zu leben, nicht gegen sie. Das ist inzwischen eine Überlebensfrage. Und seit vielen Jahren schon Thema der Kirchen. Ihr Projekt jedenfalls ist schon jetzt ein echter Segen. Für die Menschen und die Natur, in der sie leben.
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