SWR3 Gedanken
Wer sich äußert, muss sich auch mal kritisieren lassen. Lob will natürlich jeder, klar. Aber da gibt’s eben auch das, was man nicht so gerne hören will. Das geht Politikern so, Journalisten, Bloggern und auch uns, wenn wir hier im Radio reden. Und ja, schön ist das nie, wenn man kritisiert wird. Mitunter kann das ganz schön weh tun.
Insofern wundert es mich nicht, wenn angeblich immer mehr Leute lieber mit einer KI reden als mit echten Menschen. Vor allem die jungen. So ein Chatbot wird halt weder müde noch ungeduldig. Der hat Tag und Nacht Zeit, ist immer gut drauf und gibt keine lästigen Widerworte. Und Kritik, die unangenehm sein kann, gibt’s schon gar nicht. Einer KI kann ich halt alles erzählen. Auch den größten Unsinn. Eigentlich perfekt für Leute, die jedes kritische Widerwort für eine Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit halten. Aber auch gefährlich, weil sie mir vor allem das bestätigt, was ich gerne hören will.
Nur bringt mich das nicht weiter. Denn als Mensch wachse ich ja nicht daran, dass mir einer nach dem Mund redet. Mich immer in meinen Ansichten bestätigt. Mir dauernd sagt, wie toll ich doch bin. Am meisten wachse ich an meinen Fehlern. Da, wo ich falsch gelegen habe. Wo mir was misslungen ist. Und an Menschen, die mir das auch ehrlich sagen. Am besten freundlich und wohlwollend. Aber eben auch klar und deutlich.
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