SWR3 Gedanken

29AUG2026
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Eine Woche Zelten in Frankreich. Klingt erstmal nach Urlaub. Mit zwei Kleinkindern und einem Säugling aber eher nach einem Stresstest für Eltern. Vor allem, wenn man bis vor kurzem nicht mal ein Zelt hatte. Jetzt haben wir eins. Ein großes Familienzelt, und dazu gefühlt die halbe Campingabteilung. Die Kinder freuen sich riesig, aber ich frage mich vor allem, wie das alles samt Kindern in unser Auto passen soll.

Was ich mich auch noch Frage: Was hat mein Campingurlaub mit meinem Glauben an Gott zu tun? Aus meiner Sicht natürlich jede Menge. Denn das Volk Israel, das im ersten Teil der Bibel die Hauptrolle spielt, hat auch in Zelten gewohnt. Die waren nämlich ständig unterwegs. Deshalb hatten sie auch keinen festen Tempel, in dem sie zu Gott beten konnten, sondern Gott hatte quasi auch ein eigenes Zelt, das „Mischkan“. Damit hatte Gott sein Zuhause direkt bei den Menschen.

Eigentlich genial, denn heute haben wir riesige Kathedralen mit viel Stein und Gold und nennen eine Kirche ja auch gerne mal „Gotteshaus“. Dabei reicht für Gott auch ein einfaches Zelt. Das Mischkan erinnert mich daran: Gott lässt sich nicht an einem Ort einsperren. Er ist nicht nur dort, wo die Mauern dick und die Türme hoch sind. Gott ist beweglich, minimalistisch und unkompliziert.

Und er ist längst da, wo ich bin. Im vollgepackten Familienauto auf der Autobahn. Und ganz sicher auch dem Campingplatz. Zwischen Zeltstangen, Luftmatratzen und Dosenravioli.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44986
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