SWR3 Gedanken
Manche Mauern erkennt man sofort, andere sind fast unsichtbar. Bei mir im Ort werden ordentlich Zäune und Sichtschutzmauern hochgezogen. Die sehe ich direkt und oft denke mir, okay da braucht wohl jemand mehr Privatsphäre. Und dann gibt auch noch unsichtbare Mauern, ich meine damit vor allem die zwischen Menschen.
Manchmal reicht eine unbedachte Bemerkung, eine Nachricht, auf die keine Antwort kommt. Oder der Klassiker: ein Nachbarschaftsstreit, bei dem keiner nachgeben will. Mit der Zeit wächst eine Mauer, die oft größer als der eigentliche Anlass. Und irgendwann sieht man nur noch das, was trennt.
Natürlich gibt es auch persönliche Grenzen, die mich schützen und nicht überschritten werden dürfen. Und etwas Privatsphäre braucht es auch. Aber viele Mauern schützen nicht, sie trennen nur.
In der Bibel finde ich ein starkes Bild, das dazu passt. Es ist das verhärtete Herz, oder anders gesagt: Das „Herz aus Stein“. Es entsteht, wenn ich stur bin, jemanden eiskalt ignoriere oder Worte sage, die andere verletzen. Dann verschließe ich mein Herz und lasse nichts und niemanden an mich heran.
In der Bibel heißt es immer wieder: „Achtet darauf, dass eure Herzen nicht verhärten.“ Und da lese ich auch: „Baut keine unnötigen Mauern!“ Und am besten gefällt mir dieser Ratschlag: „Mehr als alles hüte dein Herz, denn vom ihm geht das Leben aus.“
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