SWR3 Gedanken

25AUG2026
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Ohne unsere Küchenmaschine läuft bei uns zuhause fast nichts mehr. Sie ist so etwas wie unser neuer Lieblingsmitbewohner. In meiner Brust schlagen zwei Herzen für das Teil. Eigentlich find ich die Küchenmaschine super praktisch, weil man einfach weniger denken muss. Gleichzeitig ist das mein Problem. Ich hab das Gefühl ich verlerne was, wenn ich nur noch einer Schritt für Schritt Anleitung folge.

Dem Soziologen Hartmut Rosa geht es ähnlich. Er beobachtet, was in unserer Gesellschaft generell so passiert und er meint: „Immer häufiger verlassen wir uns auf Systeme, Vorschriften, Regeln und Algorythmen.“

Hartmut Rosa nennt dafür viele Beispiele. Eines davon ist meine Küchenmaschine. Aber auch beim Spielen mit Kindern zeigt sich etwas: Früher bekamen sie eine Kiste mit Legosteinen und bauten frei, was ihnen in den Sinn gekommen ist. Heute gibt es einen Bausatz mit genauer Anleitung. Das Ergebnis ist zwar perfekt. Aber dass ich selber überlege und einfach mal drauf los baue, so was bleibt auf der Strecke.

Wer sich nur noch auf Rezepte, Algorythmen und Systeme verlässt und immer genau das tut, was vorgegeben wird, verlernt sich auszuprobieren, zu improvisieren und eigene Entscheidungen zu treffen.

Ich finde das stimmt! Nicht alles, was mir ein Display vorgibt, muss unbedingt das Beste für mich sein. Das spannende am Leben ist doch gerade, dass man oft nicht genau weiß, was rauskommt.

Zum Glück ist das Leben kein fertiger Bausatz. Und es gibt dafür auch keine Schritt für Schritt Anleitung und erst recht keine Geling-Garantie.

Aber umso mehr Freiheit mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

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