SWR4 Abendgedanken

19AUG2026
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Sommerabende. Ich liebe Sommerabende. Wenn man abends noch draußen sitzen kann. Vor allem, wenn es mittags heiß war und es langsam angenehmer wird. Das ist so eine ganz eigene Stimmung. Wenn es langsam ruhiger wird. Wenn es langsam dunkel wird und nach und nach die ersten Sterne zu sehen sind. Da werde ich irgendwie auch selber ruhig.

Bei uns in der Kirche gibt so einen Aufsteller mit Gedichten zum Mitnehmen. Da habe ich mir neulich ein sehr schönes Abendgedicht mitgenommen. Es ist von der Dichterin Maria Gorges. Da heißt es: „Am Himmel ist der Mond schon wach, scheint milde auf das Scheunendach, hinterm Wald nun sacht´ es dunkelt, überm Berg ein Sternlein funkelt. So ruhig und still wird jetzt die Welt, freut sich der Ruh´, die Einzug hält, die Nacht deckt alles friedlich zu, breit´ übers Land den Schlaf, die Ruh´.

Genau diese Ruhe spüre ich an Sommerabenden. Und das Gedicht geht noch weiter: „Nimm dir den Frieden in dein Herz, er löst den Kummer und den Schmerz, er gibt dir Trost in Freud und Leid, denn er kommt aus der Ewigkeit. Er ist ein Hauch von Gottes Sein und hüllt in seine Lieb' dich ein. Er gibt der Seele wieder Kraft, dass sie den neuen Morgen schafft.“

Dieses Bild berührt mich. An so einem Sommerabend, spüre ich manchmal etwas von diesem Frieden. Denn: Vieles, was mich tagsüber beschäftigt hat, wird ein wenig leiser. Mein ganzer Alltag – die Gespräche. Das, was ich heute so erlebt habe oder entscheiden musste. Ich gewinne Abstand und merke: Ich muss das alles gar nicht alleine schaffen.

Vielleicht ist genau das Gottes Friede. Er nimmt nicht alle Sorgen weg. Aber er gibt mir die Kraft, sie für einen Moment loszulassen. Und er erinnert mich daran: So dunkel eine Nacht auch sein mag – sie bleibt nicht für immer. Es wird Morgen.

Natürlich weiß ich, dass manche Nächte schwer sind. Manche Menschen finden keinen Schlaf. Andere liegen wach vor Sorgen oder Schmerzen. Gerade dann wünsche ich ihnen diesen Frieden, um den es in dem Gedicht geht – umso mehr.

Denn ich glaube: Gott bleibt an unserer Seite. Er lässt mich nicht allein. Er begleitet mich am Tag und auch in der Nacht. Ich bin ihm einfach wichtig. Wir Menschen sind ihm einfach wichtig. Und deshalb hoffe ich auch in den dunklen Zeiten meines Lebens auf einen neuen Morgen. Gottes Frieden trägt mich durch die Nacht. Darauf vertraue ich.

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