SWR4 Abendgedanken

18AUG2026
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Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser … dieses Sprichwort, kommt mir im Alltag leider immer wieder in den Sinn.

Manchmal ganz unspektakulär. Zum Beispiel dann, wenn mein Auto zum Kundendienst muss und der Anruf kommt: „Wir haben da noch etwas entdeckt. Das müsste gemacht werden.“ Und sofort meldet sich ein Gedanke in meinem Kopf: Stimmt die Diagnose wirklich? Ist die Reparatur tatsächlich notwendig? Oder, wenn ich was über eine Kleinanzeige im Internet kaufe: Kriege ich wirklich das zugeschickt, was ich da gekauft habe? Und stimmen die Beschreibung und der Zustand?

Natürlich weiß ich: Die allermeisten Menschen machen ihre Arbeit gewissenhaft. Und viele sind ehrlich, wenn sie etwas verkaufen. Und trotzdem ist das Misstrauen oft schneller da als das Vertrauen. Auch, weil ich schon einige schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Manchmal habe ich den Eindruck, Misstrauen gehört inzwischen fast zur Grundausstattung unseres Alltags. Wer allen und allem vertraut, gilt schnell als naiv. Wer skeptisch ist, als klug und aufmerksam.

Trotzdem frage ich mich manchmal: Was macht das mit uns, wenn wir einander immer zuerst mit Misstrauen begegnen?

Vielleicht sehne ich mich nach etwas, das ich „Himmlischkeit“ nennen würde. Kein Wort aus dem Duden. Aber eines, das mir gefällt.

Himmlischkeit wäre für mich eine Haltung, in der Menschen einander grundsätzlich Gutes wollen und rücksichtsvoll miteinander umgehen. In der Menschen füreinander da sind. Vermutlich ist das ein bisschen naiv. Und trotzdem finde ich diese Sehnsucht im Glauben wieder.

Jesus hat immer wieder davon gesprochen, wie wichtig es ist, den Nächsten zu lieben. Also eigentlich alle, die mir so in meinem Alltag begegnen. Immer auch zu überlegen, was es mit den anderen macht, wenn ich mich so oder anders verhalte. Jesus hat genau davon erzählt: Von einer Welt, wie Gott sie sich für uns gewünscht hat. Eine Welt, in der wir uns gegenseitig vertrauen, respektvoll miteinander umgehen und ehrlich sind.

Vielleicht beginnt Himmlischkeit genau so: Mit einem Vorschuss an Wohlwollen gegenüber jedem und jeder.  Wenn ich mich also nicht zuerst frage: „Will mir da jemand schaden?“, sondern: „Könnte es sein, dass dieser Mensch es ehrlich meint?“

Und vielleicht entdecken wir dann: Es gibt unzählige Menschen, die Tag für Tag versuchen, das Richtige zu tun. Ja, es ist manchmal ein Risiko, einander zu vertrauen. Aber es ist auch eine riesige Chance. Auf ein bisschen Himmlischkeit mitten unter uns.

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