SWR3 Gedanken

03AUG2026
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Nach dieser gigantischen Fußballweltmeisterschaft ist es vielleicht nochmal gut sich dran zu erinnern: Das Leben ist kein Fußballspiel. Es ist etwas komplizierter als sich nur zu fragen: Zu welcher Mannschaft gehörst Du?

Nach einem Gottesdienst nämlich ist eine Frau auf mich zugekommen und hat gesagt: Sie finden doch auch, dass die Menschen inzwischen ganz ungläubig geworden sind und es wichtig ist, dass wir zusammenhalten als „wirklich Gläubige“ und dass wir auch immer klar machen: Wer gehört zu uns und wer nicht.

Ich kann ihr da nicht zustimmen. Mir ist das zu einfach. Ich finde, Menschen passen nicht in Schubladen. Die meisten von uns sind vielfältig und vielschichtig. Ich kann in einer Sache recht haben und gleichzeitig in einer anderen irren. Ich kann jemanden mögen und trotzdem nicht immer seiner Meinung sein.

Und noch etwas: Wer Menschen nur in „wir“ und „die anderen“ einteilt, hört oft auf, den anderen zuzuhören. Dann zählt nicht mehr, was jemand sagt oder tut, sondern nur noch, zu welcher Gruppe er gehört. Jesus hat genau das immer wieder durchbrochen. Er hat mit Menschen gesprochen, die andere längst abgeschrieben hatten. Für ihn ist es wichtiger gewesen, wer ein Mensch ist, als zu welcher Gruppe er gehört.

Für mich heißt das: Im Leben geht es nicht darum, dass wir als verschiedene Teams gegeneinander spielen und gewinnen oder verlieren. Wir schaffen das Leben und auch unseren Glauben nicht gegeneinander, sondern nur miteinander. Und da ist auch das wichtig, was ich nicht verstehe oder wo ich nochmal nachfragen muss.

Vielleicht ist die richtige Frage nicht: Gehörst du zu uns oder zu den anderen? Vielleicht ist die richtige Frage: Wer bist Du und welche Geschichte hast Du zu erzählen?

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