Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

14AUG2026
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„Ich habe lange an meinem Hass festgehalten, doch mit Hass kann es keinen Frieden geben.“ Das sagt Laila. Wir haben sie und ihren Kollegen Ofer in der Nähe von Bethlehem getroffen. Seit Jahren setzen sich die beiden mutig für den Frieden ein trotz ihres erfahrenen Leids.  Laila erzählt von ihrem Sohn. Vor vielen Jahren, als er gerade 6 Monate alt war, gab es einen Angriff israelischer Soldaten auf ihr Dorf. Ihr Sohn brauchte dringend ärztliche Hilfe. Doch die israelischen Soldaten ließen die Familie zuerst nicht durch ins Krankenhaus. So verging zu viel Zeit. Als sie schließlich im Krankenhaus angekommen waren, kam die Hilfe zu spät und ihr Sohn ist gestorben. Nach dem Tod ihres Sohnes spürte sie in sich einen großen Hass und der galt allen Israelis. Doch in der ersten Nacht nach seinem Tod, hatte Laila auch einen Traum: Ihr Sohn hat sie besucht und auf seiner Schulter saß eine weiße Taube.

Ofer erzählt uns von seinem Bruder. Der hatte gerade seinen Militärdienst begonnen, als er durch einen palästinensischen Terroranschlag ermordet worden ist. Ofer erinnert sich noch immer sehr schmerzvoll an diesen Tag zurück. Als die Polizei an der Tür geklingelt hat und er kurze Zeit später seine Eltern so verzweifelt hat weinen hören, wie noch nie vorher. Und auch Ofer kannte den Hass.

Doch beide haben ihn hinter sich gelassen und engagieren sich seit vielen Jahren für Versöhnung und Frieden. In ihrer Organisation kommen Israelis und Palästinenser zusammen, die jeweils durch die andere Seite Familienangehörige verloren haben. Und nur so kann es gehen, da sind beide überzeugt, dass man seine Leidensgeschichten teilt und Empathie hat für die anderen.

„Ich liebe meine Leute“, erzählt uns Ofer, „aber die Politik dient nicht dem Frieden.“ Und Laila ergänzt: „Es geht nicht darum für Israel oder für Palästina zu sein, es geht darum, für den Frieden zu sein. Und ihren Traum von damals sieht sie heute als Auftrag Gottes, sich mit all ihrer Kraft dafür einzusetzen.

Laila und Ofer haben mir wieder Hoffnung geschenkt und ich glaube: Frieden ist möglich, weil es Menschen gibt wie diese beiden.

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