SWR3 Gedanken
„Manchmal bin ich in Sorge wegen unserer drei Töchter. Es kann so viel passieren. Stichwort „Loverboy“, oder die ganze Sache mit K.O.-Tropfen. Sie müssen schon aufpassen!“
Das habe ich zu Elsa gesagt. Sie ist Jungs-Mama, und ich bin Mädels-Mama. Und ihre Antwort war: „Ja, aufpassen müssen sie. Ich hab meinem Sohn Theo immer gesagt, dass er Rücksicht nehmen muss. Auf jedes Mädchen.“
Und dann erzählt sie weiter: „Wenn Theo zum Beispiel nachts irgendwo zu Fuß unterwegs ist, und vor ihm läuft ein Mädchen allein. Dann hab ich ihm gesagt: Dann wechsle bitte die Straßenseite, zumindest wenn die Straße länger ist! Rechne damit, dass sie sich unwohl fühlt und Angst vor dir haben könnte. Das muss ja nicht sein.“
„Mensch, Elsa,“ sage ich. „Dass du ihm so etwas gesagt hast!“
Darauf sie: „Ist doch klar! Theo muss doch seine Verantwortung kennen. Und dazu gehört eben auch: keine Angst machen und schon vorher wissen, dass Mädchen ihre Gründe haben, wenn sie vorsichtig sind. Und dass das auch gut so ist!“
Da kann ich meinen drei Töchtern nur wünschen, dass sie junge Männer wie Theo kennenlernen. Männer, die eine Ahnung davon haben, dass Mädchen und Frauen auch Angst haben. Und die wissen, dass es berechtigt ist, wenn sie besonders umsichtig sind, oder manchmal skeptisch.
Umso schöner ist es dann, wenn junge Frauen und junge Männer unbeschwert miteinander umgehen und sich einfach nur aneinander freuen!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44867