SWR3 Gedanken

16JUL2026
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Diese Geschichte handelt von einer bemerkenswerten Frau, ich hab sie aus der Bibel. Die Frau heißt Mirjam und sie hat ein richtig gutes Gespür dafür, was sie selbst und andere brauchen. Und Mirjam weiß, was hilft, wenn etwas Großes überstanden ist.

Die Geschichte beginnt in einem verrückten Moment, der ist fast schon unheimlich. Miriam steht da und weiß gar nicht, was sie denken soll. Eben wäre sie fast gestorben. Mirjam hat sich mit letzter Kraft durch ein Meer gekämpft und sie hat es tatsächlich geschafft, zusammen mit ihrer ganzen Großfamilie. Hinter Mirjam das Rote Meer, neben ihr ihre beiden Brüder. Der eine heißt Mose, der andere Aaron. Ihre Frauen und Kinder sind auch dabei. Sie sind richtig viele, alle nass bis auf die Knochen. Die Kinder weinen vor Erschöpfung und den Erwachsenen steckt der Schrecken von eben noch in den Knochen. Was ihnen durch den Kopf geht, liegt greifbar in der Luft: „Haben wir das wirklich geschafft? Diese schwierige Etappe, ist es wirklich vorbei?“

Mirjams Bruder Mose fängt in dem Moment an, eine ellenlange Erklärung abzugeben, darüber, warum sie es durch dieses Meer geschafft haben. Dass Gott mitgeholfen hat und dass er sie da eben gerettet hat. Mose redet und redet, ohne Punkt und Komma. Aber Mirjam merkt, was sie alle jetzt eigentlich brauchen. Also traut sich Mirjam. Sie fängt an zu singen, erst ganz leise und dann immer lauter. Und dann tanzt Mirjam auch noch dazu. Sie singt und tanzt sich ihre ganze Anstrengung vom Leib, auch ihre Angst. Die anderen schauen erst irritiert, aber dann lassen sie sich von Mirjam anstecken. Erst machen die Kinder mit, dann die Erwachsenen. Am Schluss singen und tanzen alle, denn das hilft, wenn etwas so Großes überstanden ist.

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