SWR Kultur Wort zum Tag

14JUL2026
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Die Zukunft sieht gerade alles andere als rosig aus: Hitzewellen lassen uns den bedrohlichen Klimawandel hautnah spüren, viele machen sich Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung und auf der ganzen Welt stürzen machthungrige Politiker ganze Regionen in Krieg und Elend. Nicht die Zeit, um Kinder zu bekommen. Abgesehen davon gibt es auch individuell viele Gründe, warum junge Menschen zögern, Eltern zu werden. Haben sie überhaupt den Partner, mit dem sie sich ein Kind zutrauen? Manchmal zerbricht eine Beziehung auch an dieser Frage. Und gar nicht so selten klappt es einfach nicht mit dem schwanger werden, was für die Betroffenen meist ein großer Schmerz ist.

Junge Menschen fragen sich: Was würde ein Kind für unseren Lebensstil bedeuten? Finden wir eine bezahlbare Wohnung? Bekommen wir die nötige Unterstützung, um Arbeit und Familienleben zu vereinbaren? Fragen, die sich erst recht stellen, wenn jemand allein für das Kind sorgen muss. 

Kein Wunder, dass die Geburtenrate so tief ist und viele diese Entscheidung immer weiter hinausschieben. 

Es ist gut sich zu fragen, ob man die Verantwortung für ein Kind tragen kann und will.  Und zugleich ist es ein großes Geschenk, Eltern zu werden und das Leben weiterzugeben, denn mit einem Kind bekommen wir intensiv Anteil an der unverfügbaren und oft überraschenden Dynamik des Lebens.

Ein Sprichwort sagt: „Kinder sind ein Geschenk des Himmels.“ Als Christin glaube ich, dass jedes Kind seinen Ursprung in Gott hat und letztlich von ihm gewollt ist. Mit jedem Kind kommt etwas Neues in die Welt. So verkörpert jedes Kind auf seine eigene, unverwechselbare Weise die Zukunft. Es fordert damit seine Eltern heraus, über sich selbst hinauszuwachsen und Teil von etwas Größerem zu werden. Wer Kinder hat, kann sein Leben weniger planen und bestimmen und erfährt dafür, selbst von diesem Leben getragen zu werden. 

Das „Ja“ zu einem Kind ist eine sehr persönliche Angelegenheit, und doch kann es der Gesellschaft nicht egal sein, ob Kinder geboren werden oder nicht. Denn Familien investieren mit ihren Kindern in die Zukunft aller. Sie verdienen daher auch die Solidarität aller. Es geht dabei nicht nur um künftige Facharbeiter und Rentenzahler. Es geht darum, ob wir auch als Gesellschaft lernen, dem Leben wieder mehr zu vertrauen. Junge Familien leben das Tag für Tag. 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44778
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