Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Klosterruinen sind Rückzugsräume und Oasen der Ruhe. Sie wirken wie aus der Zeit gefallen. In ihren Mauern kann man Stress und Hektik hinter sich lassen und neue Kraft schöpfen. Auch bei uns in Rheinland-Pfalz gibt es solche Klosterruinen. Ein Geheimtipp ist dabei das ehemalige Kloster Maria Rosenthal. Es liegt im Donnersbergkreis, nicht weit von Kerzenheim, am Ende eines stillen Tals. In dieser Abgeschiedenheit hatte Graf Eberhard von Eberstein Mitte des 13. Jahrhunderts ein Frauenkloster gegründet. Bis zur Reformation beteten und arbeiteten Zisterzienserinnen in Maria Rosenthal.
Wer heute die Ruine ihrer Kirche besucht, taucht ein in eine malerische Idylle. Da sind die Sandsteinmauern des Langhauses mit den spätgotischen Fenstern. Oder der zierliche Achteckturm über dem Giebel an der Westseite. Die Rosensträucher an den Wänden stehen sinnbildlich für den Namen des Klosters und für die Rose im Wappen des Gründers. Dessen Grabplatte und die Grabdenkmäler einiger Äbtissinen sind im Innenraum aufgestellt.
Im Sommer 1298 trat Maria Rosenthal unerwartet ins Rampenlicht der Geschichte. Unweit des Klosters tobte die Entscheidungsschlacht zwischen König Adolf von Nassau und seinem Herausforderer Albrecht von Österreich. Der Amtsinhaber verlor die Schlacht und sein Leben. Die Nonnen begruben den unglücklichen König in ihrer Klosterkirche. Erst elf Jahre später brachte man Adolfs Leichnam nach Speyer in die Herrschergruft des Kaiserdoms.
So malerisch so eine Ruine ist, sie erinnert auch immer an die Vergänglichkeit alles Irdischen. Romantik und Melancholie kommen hier zusammen. So ist es auch im ehemaligen Kloster Maria Rosenthal.
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