SWR4 Abendgedanken

09JUL2026
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„Baut eine Sänfte aus einer leeren Getränkekiste, zwei kurzen und zwei langen Dachlatten, einem Stuhl, einem Seil, Krepppapier und Luftballons. Zeichnet eine Skizze, baut dann gemeinsam und überlegt euch eine gute Präsentation für eurer Ergebnis.“

Diesen Arbeitsauftrag hat vor kurzem eine Gruppe Jugendlicher auf der Konfirmandenfreizeit bekommen. Gemeinsam sollten sie diese Aufgabe lösen. Nicht als Wettbewerb, sondern miteinander und jede und jeder sollte mitarbeiten.

Das war erst einmal schwierig: Sie haben alle durcheinandergeredet. Viele Ideen wurden genannt, aber sie haben einander wenig zugehört. Und manche haben einfach angefangen, irgendetwas zu machen. Bis eine gesagt hat: „Stopp, wir müssen uns unbedingt zuhören, jeder soll seine Ideen sagen und dann überlegen wir miteinander, welche die Beste ist.“

So haben sie es dann gemacht. Sie haben miteinander diskutiert und gemeinsam entschieden, wie die Sänfte aussehen soll: Der Stuhl dient als Sitz, die Kiste als Fußablage und die Latten müssen das Grundgerüst zum Tragen bilden. Jemand hat angefangen diese Idee aufzuzeichnen und die anderen haben sie dann umgesetzt. Sie haben es geschafft, miteinander eine Idee zu verwirklichen. Dabei wurde fröhlich gelacht und am Ende wurde das Ganze noch mit Luftballons und Krepppapier dekoriert. Die Jugendlichen haben zusammen etwas Wichtiges gelernt: Wenn einer nur seine eigene Idee durchsetzen will, kommt die Gruppe nicht voran. Nur, wenn man einander zuhört und miteinander arbeitet, dann gibt es ein Ergebnis, auf das alle stolz sind.

Als die Sänfte fertig war, dann die entscheidende Frage: „Wer hat so viel Vertrauen in die Konstruktion und in die Gruppe, dass er sich in der Sänfte tragen lässt?“

Einer der Jugendlichen hat sich schließlich hineingesetzt. Die anderen haben ihn vorsichtig getragen. Und plötzlich wurde aus ein paar Latten, einer Kiste und einem Stuhl etwas ganz anderes: ein Zeichen des Vertrauens.

Auch unser Glaube lebt vom Vertrauen. Niemand muss alles im Leben allein tragen. Wir brauchen Menschen, die uns zuhören, die mit uns gehen und uns tragen, wenn wir selbst nicht mehr können. Und manchmal dürfen wir selbst die sein, die andere tragen.

Jesus hat gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Ich glaube, er war auch an diesem Nachmittag dabei – zwischen Dachlatten, Luftballons und einer selbstgebauten Sänfte.

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