SWR4 Abendgedanken

08JUL2026
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Manche Dinge wiederholen sich regelmäßig. Irgendwer sucht bei uns immer irgendetwas. Mal sucht mein Sohn seine Fußballstutzen, mal suche ich mein Handy. Doch am allerhäufigsten ist der Haustürschlüssel verschwunden. Der Jubel ist groß, wenn das Verlorene wieder gefunden wird. Ich finde diesen Stimmungswechsel beeindruckend: Vom unruhigen Suchen übers hektische Rumgerenne im Haus, dem leisen oder lauten Vor-sich-Hingeschimpfe hin zur großen Freude und zum befreiten Gelächter. All die verlorenen Dinge bekommen plötzlich durchs Wiederfinden einen besonderen Wert: Die Fußballstutzen haben das Training gerettet, das Handy die Planung für den Tag und der Autoschlüssel ermöglicht den Ausflug zu den Großeltern.

Ich suche nicht gerne, aber die Freude danach ist immer wieder überwältigend. Jesus erzählt im Lukasevangelium von einer ähnlichen Situation: Eine Frau verliert eine von ihren zehn Silbermünzen. Das, was sie dann tut, kann ich so gut nachvollziehen. Sie stellt nämlich das ganze Haus auf den Kopf, zündet die Lampen an und kehrt alles durch. Das macht sie solange bis sie die Münze gefunden hat. Aber dann macht sie etwas, das ich so noch nie gemacht habe: Sie freut sich nicht nur, sie ruft auch noch ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und feiert ein Fest. Alle sollen sich mit ihr freuen, weil sie diese eine Münze wiedergefunden hat.

Ob Schlüssel, Münze oder Stutzen, all das sind alltägliche Gegenstände. Jesus erzählt die Geschichte von der verlorenen Münze, um uns zu erklären, dass Gott genauso ist wie diese Frau. So sehr wie sie sich freut, als sie ihre Münze wiederfindet, so sehr freut sich Gott, wenn ein Mensch, der verloren war, wiedergefunden wird.

Manchmal verlieren sich Menschen aus den Augen. Es gibt einige Freundinnen, die ich im Laufe der Jahre verloren habe. Aber manchmal passiert es, dass ich so eine verlorene Freundschaft wiedergewinne. Durch aktives Suchen oder weil ich gesucht werde. Nächstes Jahr feiert mein Schuljahrgang das 30jährige Jubiläum unseres Schulabschlusses. Darauf freue ich mich jetzt schon. Zurzeit suchen wir alle Schülerinnen, die mit uns gemeinsam Abitur gemacht haben und immer, wenn wir jemanden gefunden haben, dann ist die Freude groß. Wie groß wird erst die Freude und der Jubel dann beim Wiedersehen sein!

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