SWR4 Abendgedanken

07JUL2026
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„Der Segen ist das Beste am ganzen Gottesdienst!“ hat vor kurzem ein Jugendlicher zu mir gesagt. „Ja, klar, weil dann der Gottesdienst vorbei ist“, habe ich ihm flapsig geantwortet. Denn der Segen kommt ganz am Ende des Gottesdienstes. Dann, wenn alles gesagt, gebetet und gesungen ist. Aber das hat der Jugendliche gar nicht gemeint: „Nein, doch nicht deswegen. Sondern weil der Segen etwas Gutes ist und Gott mir das schenkt. Immer wieder.“

Ich war verlegen. Mit dieser Antwort hatte ich nicht gerechnet. Und zugleich war ich auch stolz auf diesen jungen Menschen, weil er so klar sagen konnte, was ihm der Segen Gottes bedeutet. Vielleicht kommt der Segen deshalb am Ende des Gottesdienstes. Denn der Segen erklärt nichts, fordert nichts. Gott schenkt uns einfach Gutes.

Im evangelischen Gottesdienst wird immer mit den gleichen alten Worten aus der Bibel gesegnet. Mit den Worten, die Gott Mose geschenkt hat, um den Menschen immer wieder Gutes zu sagen:

„Gott segne dich und behüte dich.“

Das sind Worte, die ich nicht erklären kann. Ich muss sie aber auch nicht erklären, weil sie nicht den Kopf überzeugen, sondern das Herz berühren wollen. Diese altvertrauten Worte, die immer wieder gesprochen werden, lösen in vielen Menschen etwas aus.

„Gott segne dich und behüte dich.“

Mich erinnern diese Segensworte immer an meine Konfirmation. An diesen einen besonderen Moment. Ich habe damals vor meinem Pfarrer gekniet, war aufgeregt, verlegen, habe nicht gewusst, wohin ich schauen, was ich machen soll.

Da hat er mir die Hand aufgelegt und mich gesegnet. Bis heute kann ich die Wärme spüren, die in dieser Geste gelegen hat.  Kann dieses Versprechen spüren, das mir fürs Leben gegeben worden ist. Da ist einer, der die Hand über mein Leben hält. Da ist eine, die mich behütet und begleitet. Gott mit seinem Segen. Ich kann diesen besonderen Moment nicht erklären, ich kann nur jedem wünschen, auch einen solchen Segensmoment erleben zu dürfen. Einen Moment, in dem man spüren darf: Du bist, gesegnet und reich beschenkt.

„Der Segen ist das Beste am ganzen Gottesdienst“. Und das Beste kommt bekanntlich oft am Schluss. Er stärkt, ermutigt, schenkt neue Kraft und erinnert uns einfach daran, dass Gott mit uns durch das Leben geht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: „Gott segne dich und behüte dich.“

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