SWR3 Gedanken

09JUL2026
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Eigentlich bin ich ein selbstbewusster Mensch. Von außen wirke ich zuversichtlich und selbstsicher. Wenn da nicht diese kleine, fiese Stimme in mir wäre. Diese Stimme, die alle infrage stellt, aber vor allem: die MICH infrage stellt. Die Sachen sagt wie: Du kannst nichts; Du bist nichts wert; das schaffst Du nie…

Viele Menschen, nein, ich würde sogar sagen: die meisten Menschen kennen diese kleine, fiese Stimme in sich. Sie kann mehr oder weniger da sein. Bei dem einen lauter, bei der anderen leiser. Sie kann sich anhören, wie der Vater damals: „Aus Dir wird nie was.“ Oder wie die anderen Kinder in der Schule: „Boa, bist Du blöd.“ Oder wie auf Socialmedia: „Oh my God, was für ein Loser!“

Diese Stimme ganz abzuschalten – ich glaube, das wird nie gelingen. Das Einzige ist, mit dieser Stimme leben zu lernen. Nur, wie?

Mir persönlich hilft mein Glaube an Gott. Ich glaube an einen Gott, der – wie auch immer – mich und das Leben geschaffen hat. Und der möchte, dass ich ein gutes Leben lebe. Gott sagt Sachen wie: „Du bist kostbar und wertvoll für mich, und ich habe dich lieb!“ (Jesaja 43,4) Solche Sätze sage ich mir, wenn diese kleine, fiese Stimme gerade mal wieder in mir zu laut wird.

Und besonders gut tut es, wenn jemand anders einem so etwas sagt. Als Pfarrerin mache ich das manchmal in Segnungsgottesdiensten – kann ich nur empfehlen. Von jemandem gesagt zu bekommen: Gott segnet dich, Gott hat dich lieb, so wie du bist – das hilft gegen diese kleine, fiese Stimme.

Was noch hilft? Sich mit guten Leuten umgeben. Freunde, Familie, die sagen: „Du bist gut so, wie Du bist! Es ist schön, dass Du da bist!“

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