Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

04JUL2026
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Heute ist der 4. Juli. Und die USA feiern zum 250. Mal ihren „Independence Day“, ihren Unabhängigkeitstag.

Ich finde, wir haben gute Gründe, ein bisschen mitzufeiern. Denn in der Unabhängigkeitserklärung von damals steht ein Satz, der bis heute nachwirkt, auch bei uns. Sinngemäß lautet der:

„Alle Menschen sind von Natur aus gleich erschaffen und besitzen unveräußerliche Rechte: vor allem auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.“

Leben, Freiheit, Streben nach Glück: Worte, die grundlegend sind für die Menschenrechte, wie wir sie heute kennen. Und die eine große Sehnsucht von uns Menschen auf den Punkt bringen: Frei zu sein. Das eigene Leben gestalten können. Nicht unterdrückt werden. Nicht von anderen abhängig sein.

Trotzdem frage ich mich manchmal, ob Freiheit nicht doch etwas anderes ist – oder ob nicht zumindest noch etwas fehlt.

Denn oft fühle ich mich gar nicht unfrei, weil mir jemand etwas verbietet. Sondern weil mich Sorgen festhalten. Weil ich Angst habe, Fehler zu machen. Die Wahrheit ist: Aus eigener Kraft komme ich da niemals heraus. Und gerate immer in irgendwelche Zwänge und Abhängigkeiten.

In der Bibel gibt es eine Stelle, an der spricht Jesus genau das aus. Zumindest ich verstehe ihn so, wenn er sagt:

„Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“

Wir Menschen sollen die Wahrheit erkennen: Dass wir wir uns zwar frei entfalten dürfen, aber gleichzeitig auch immer abhängig sind, und uns aus eigener Kraft niemals ganz frei machen können. Dass wir das aber auch gar nicht müssen. Denn jeder Mensch ist von Gott geschaffen und gewollt – frei geschaffen, auch von der eigenen Leistungsfähigkeit. Das glaube ich als Christin.

Ich denke, Freiheit kommt ohne diese Wahrheit nicht aus: dass kein Mensch erst etwas leisten muss, um wertvoll zu sein. Und genau diese Wahrheit macht frei.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44710
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