SWR3 Gedanken
Eine Geburt mitzuerleben ist immer was ganz Besonderes. Bei mir war das vor ein paar Wochen so. Unser drittes Kind ist da auf die Welt gekommen. Eigentlich könnte man meinen: Wer das schon zweimal erlebt hat, der kennt das ja alles. Aber ganz ehrlich: Es hat mich wieder genauso umgehauen wie beim ersten Mal.
Dieses stundenlange Ringen. Die Anspannung und wie hilflos du dich als Mann oft fühlst. Und dann dieser Moment: Ein neuer Mensch ist da. Vor wenigen Minuten war dieses Kind noch verborgen. Jetzt liegt es auf dem Bauch seiner Mama. Es atmet, bewegt die kleinen Finger und schaut zum ersten Mal in die Welt.
Natürlich kommen danach auch die schlaflosen Nächte. Die sind eben Teil vom Paket. Aber dann sehe ich dieses kleine Gesicht. Das erste Lächeln und dann steht für einen Augenblick die Welt still – anders als kitschig will ich es gar nicht beschreiben.
Wie verrückt dankbar ich bin: Für diesen kleinen Menschen, der vollkommen auf seine Eltern angewiesen ist und vom ersten Atemzug an vertraut. Der geliebt wird, ganz egal, was er schon kann.
Wenn ich mein Kind anschaue, dann frage ich mich: „Wenn ich schon so empfinde – wie muss Gott uns dann erst anschauen?“ Es heißt ja: Gott schaut voller Liebe auf die Welt. Und wenn ich so liebevoll unser Kind anschaue, kann ich was davon ahnen, wie Gott liebt. Das ist wahrscheinlich nur ein blasser Schimmer vom Ganzen. Denn Gott hat die Liebe nicht nur erfunden. Er ist sie: eins zu eins.
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